Vorläufer, Vorbild oder Zeuge? PDF

Dies deutet auf die Anfänge der Gattung hin, die sich aus nicht-liturgischen musikalischen Andachten im römischen Oratorium entwickelte und ihren Namen von ihrem Entstehungs- und Aufführungsort übernahm. Nachkriegszeit und zweite Hälfte des 20. Das Oratorium wird im Gegensatz vorläufer, Vorbild oder Zeuge? PDF Oper ausschließlich konzertant aufgeführt, die Handlung findet also nur in den Texten und in der Musik statt. Ein weiterer grundlegender Unterschied zwischen Oper und Oratorium besteht darin, dass die Oper zum großen Teil weltliche Stoffe zum Inhalt hat, während sich das Oratorium mehr auf die geistlichen Geschichten konzentriert.


Författare: Angelika Ottillinger.

Predigt, die zwischen den beiden Teilen erfolgte. Waren bis in die Mitte des 17. Standard, so setzt sich in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts eine dramatische Form des Oratoriums, ohne epische Textanteile, durch. Charakteristikum des italienischen Madrigals, eines der Vorläufer des Oratoriums, ist. Personengruppen, Volksmengen, Turba-Chöre finden sich in frühen Oratorien, im Laufe des 17. Musikalisch etabliert sich im Oratorium wie in der Oper die Abfolge aus Rezitativen und Arien, die die ursprüngliche kontinuierliche musikalische Gestaltung ablöst.

Entscheidend ist die paarige Anordnung: Jeder Arie geht ein Rezitativ in gleicher Besetzung voraus. Die so entstehenden Sinneinheiten entsprechen im weiteren Sinne der Szeneneinteilung in der Oper. Dazu treten weitere Texte, die vom Chor und den Solisten dargeboten werden, wie madrigalische Dichtungen und geistliche Lyrik, die das Geschehen reflektieren und kommentieren, sowie Choralstrophen. Die lyrischen Textteile werden überwiegend als Da-capo-Arien für Solisten oder Gesangsensembles umgesetzt. Die Stoffe für ein Oratorium stammen meistens aus dem Alten oder dem Neuen Testament, der Hagiographie und der christlichen Allegorik. 1563, das die Verwendung von Musik im Gottesdienst eng begrenzt. Als Gegenbewegung zum Trienter Konzil blühten zahlreiche katholische Reformbewegungen auf, die das kirchliche Leben im 16.

Jahrhundert prägten, darunter die Kongregation des heiligen Philipp Neri. Als weiterer Vorläufer des Oratoriums gelten die italienischen geistlichen Madrigale in Dialogform, die im 17. Jahrhundert im neuen, konzertierenden Stil entstanden. Ungefähr gleichzeitig mit der Bewegung des Hl. Philippo Neri entsteht die Congregatio del Santissimo Crocifisso, eine Gemeinschaft von Gläubigen der römischen Oberschicht. Damit werden bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts die Grundlagen für die Herausbildung des italienischen wie des lateinischen Oratoriums gelegt.

Aufführung des Oratoriums Die Schöpfung im Festsaal der Alten Wiener Universität am 27. Um 1640 sind erste musikalische Werke bezeugt, die die Bezeichnung Oratorium tragen. Die erste Verwendung des Begriffs für ein musikalisches Werk findet sich bei dem römischen Komponisten und Schriftsteller Pietro Della Valle, der in einem Brief im Dezember 1640 von einer Aufführung eines Oratoriums für Mariä Lichtmess berichtet, die im Haus des Komponisten stattfand. Recht bald weckt das Oratorium das Interesse kirchlicher und weltlicher Würdenträger und etabliert sich schnell als repräsentative musikalische Gattung in allen damaligen musikalischen Zentren Italiens: Rom, Bologna, Modena, Florenz, Venedig, Neapel. Die Oratorien aus dem Wien des 17. Rappresentazione sacra al Sepolcro, Azione sacra oder Componimento sacro al Sepolcro.

Charakteristisch für das Wiener Sepolcro ist die szenische Darstellung und zugleich die Einteiligkeit. Gattung, die autochthon auf dem Boden der kaiserlichen Hofmusikkapelle in Wien entstanden ist und zwischen etwa 1640 und 1705 am Karfreitag oder Gründonnerstag auch nur dort gepflegt wurde. Als Komponisten diese Sepolcro traten zahlreiche Wiener Hofkapellmeister und Opernkomponisten hervor: im 17. Jahrhundert Giovanni Felice Sances, Antonio Draghi und Giovanni Battista Pederzuoli, im 18. Die wichtigsten Librettisten des Oratoriums in Wien sind im 17.

Jahrhundert der Hofdichter Nicolò Minato als Hauptlibrettist des Sepolcro, im 18. Jahrhundert Pietro Metastasio und Apostolo Zeno. Mit dem Tod Kaiser Karls VI. In Frankreich bewirkten die Hugenottenkriege und der Absolutismus eine nahezu ein Jahrhundert andauernde musikalische Stagnation, die in besonderem Maße die Kirchenmusik betraf. Oratorien überliefert sind, stellt eine zeit-untypische Ausnahme dar, deren Einfluss auf die weitere musikgeschichtliche Entwicklung gering blieb. Nach wie vor stellt im 18.

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