Volksaufstand PDF

Der Tiroler Volksaufstand war ein Aufstand der Tiroler Bevölkerung gegen die bayerische Besatzung vor dem Hintergrund des Fünften Koalitionskrieges im Jahre 1809. Während Österreich und Bayern im Krieg von 1800 gegen Frankreich noch Verbündete waren, zerfiel dieses lose Bündnis bereits 1805. Nach der bayerischen Inbesitznahme des Landes erschien sehr bald eine Tiroler Delegation in München und erwies dem mittlerweile zum König volksaufstand PDF Max I. Joseph in unterwürfiger und schmeichlerischer Weise ihre Reverenz.


Författare: Jens Schöne.
Mittwoch, 17. Juni 1953. In den Straßen von Berlin sind mehr als einhunderttausend Demonstranten unterwegs. Ihre Forderungen sind eindeutig: Sturz des SED Regimes
und sofortige Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten. Die Menge ist zunächst hoffnungsfroh, fast heiter. Doch das soll sich schnell ändern. Sowjetische Panzer wälzen die Erhebung gewaltsam nieder, die Revolution scheitert. Dabei war der Aufstand keineswegs auf Berlin beschränkt, ganz im Gegenteil. Weit mehr als 700 Orte waren beteiligt, bis hinein in kleinste Dörfer ging die Bevölkerung energisch gegen die Machthaber vor. Gemeindevertretungen wurden neu gewählt, zahlreiche Gebäude gestürmt und Parteisekretäre zum Sprung in Jauchegruben genötigt.
'Volksaufstand' erzählt die Geschichte jener Juni-Tage, beleuchtet Vorbedingungen und Folgen der Ereignisse, schlägt den Bogen zur Friedlichen Revolution von 1989/90 und fragt schließlich nach der Bedeutung des 17. Juni 1953 in der deutschen Geschichte.

Diese Huldigung spiegelte allerdings nicht die Mehrheitsmeinung der Tiroler wider, da diese der neuen Landeszugehörigkeit wegen der bisweilen recht konfliktbeladenen gemeinsamen Vergangenheit eher skeptisch gegenüberstanden. Maßnahmen konnten jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die bisherige Sonderrolle Tirols den Plänen zur Neuordnung des eben erst entstandenen Königreichs Bayern im Wege standen. Zudem erhöhte sich gleich zu Beginn der bayerischen Herrschaft die Steuerlast für die Tiroler um ein Vielfaches. Gleichzeitig begann eine wirtschaftliche Flaute, die einerseits auf Napoléons Kontinentalsperre, andererseits darauf zurückzuführen war, dass die Provinzzölle erhalten blieben und der Viehexport nach Altbayern sogar verboten wurde. Auch sonst gab es keine Förderungen für Handel, Produktion und Verkehr. Als nun staatliche Organe begannen, sich in kirchliche Angelegenheiten einzumischen, wurde keine Rücksicht auf die Traditionen des konservativ denkenden, tiefgläubigen Gebirgsvolkes genommen. Als beispielsweise 1806 die Mitternachtsmesse zu Weihnachten verboten wurde, war man über das Maß der Empörung im Volke sogar überrascht.

Mai 1808 wurde die neue Verfassung des Königreiches Bayern ausgerufen. Tirol hörte nun auf, als ein zusammengehörendes Staatsgebilde zu existieren, und wurde stattdessen nach französischem Vorbild in drei nach ihren Hauptflüssen Etsch, Eisack und Inn benannte Kreise geteilt. Von Wien aus organisierte Josef Freiherr von Hormayr, der Vertraute des Erzherzogs Johann, die Vorbereitung des Aufstandes und lud dazu auch Vertreter des Tiroler Widerstandes ein. April 1809 erklärte Österreich Frankreich und seinen Verbündeten den Krieg. Als moralische und juristische Rechtfertigung für die Aufstandsbewegung diente dabei der Umstand, dass der bayerische Staat mit der 1808 erfolgten Aufhebung der Tiroler Landesverfassung die im Preßburger Friedensvertrag festgelegten Bestimmungen gebrochen und damit das Besitzrecht auf Tirol verwirkt habe. Die meisten militärischen Aktionen während des Aufstands liefen ohne Oberbefehlshaber ab.

Ausnahmen bildeten dabei lediglich die Kämpfe um Sterzing mit Andreas Hofer als Anführer und die Befreiung von Hall und Volders, bei der Josef Speckbacher eine tragende Rolle spielte. Die schwersten Kämpfe fanden rund um Innsbruck am 11. Als Vertreter der zivilen Ordnung im wieder gewonnenen Land wurde Josef Freiherr von Hormayr eingesetzt, die militärische Führung übernahm General von Chasteler. Mai 1809 hatte Kaiser Franz I.

Vertrag unterzeichnen zu wollen als einen, der Tirol für immer an das Kaiserreich bindet. Doch nach der Schlacht bei Wagram willigte er am 12. Juli dennoch in den Znaimer Waffenstillstand ein. Andreas Hofer übernahm daraufhin die Verwaltung des Landes. Geld wurde von reichen Betrieben und Händlerfamilien geliehen.

Die wichtigste Aufgabe war aber die Landesverteidigung und Grenzbefestigung. An allen Pässen im Norden wurden starke Einheiten postiert. In den gefährdeten Osten und Nordosten sollten starke Vorposten geschaffen werden. Wird der Aufstand meist als Freiheitskampf gegen bayerische und französische Fremdherrschaft und deren Kirchenkampf und Rekrutierungspraxis verstanden, zeigte dieser jedoch auch unmoderne, nicht aufklärerische Züge.

Kurz nach diesen nochmaligen Erfolgen der Aufständischen schloss der Kaiser aber am 14. Oktober 1809 den Friedensvertrag von Schönbrunn. In dieser eher als Diktat anzusehenden Vereinbarung verzichtete er nun doch auf Tirol, und das, obwohl er am 29. Mai 1809 versichert hatte, niemals einen Vertrag unterzeichnen zu wollen, der das Land vom österreichischen Kaiserreich trennen würde.

This entry was posted in Fremdsprachige Bücher. Bookmark the permalink.