Turkestan-Expeditionen PDF

Dies ist ein als exzellent ausgezeichneter Artikel. Bei seiner Rückkehr 1909 nach Stockholm wurde er turkestan-Expeditionen PDF triumphal empfangen wie einst Adolf Erik Nordenskiöld.


Författare: Franziska Torma.
Forschungsreisen nach Mittelasien erlebten zwischen 1890 und 1930 eine Konjunktur. Obwohl die Wissenschaft und Gesellschaft des Kaiserreichs und der Weimarer Republik maßgeblich von Expeditionen geprägt waren, sind sie in der deutschen Geschichtsschreibung bislang kaum thematisiert worden.
Dabei liegt ihre Bedeutung nicht nur in der Erkundung und Erforschung von aus europäischer Perspektive als "unerschlossen" geltenden Regionen. Ihre Funktion liegt vielmehr auch darin, dass sie das heute fast vergessene Turkestan als deutschen Möglichkeitsraum erschlossen, der historische Alternativen zur späteren nationalsozialistischen Ostpolitik bot. In einer Zeit der beginnenden Dekolonisation vermittelte die Faszination an Turkestan Konzeptionen und Kategorien einer postkolonialen Weltordnung.

Mit seinen Expeditionsaufzeichnungen legte er die Grundlagen für eine genaue Karte Zentralasiens. Durch wissenschaftliche Dokumentationen und populäre Reisebücher mit eigenen Fotografien, Aquarellen und Zeichnungen, durch Abenteuerberichte für junge Leser und Vortragsreisen im Ausland wurde er weltweit bekannt. Als ausgewiesener Kenner von Turkestan und Tibet gewann er einen ungehinderten Zugang zu den Monarchen, wie auch zu den Politikern Europas und Asiens und zu deren geographischen Gesellschaften und gelehrten Vereinigungen. 1898 häufig bei Kaiser Franz Joseph I. 1903, 1914, 1917, 1926, 1936 bei Kaiser Wilhelm II. Hedin war ein Mann des 19. Jahrhundert an den Vorstellungen und den Handlungsweisen des vorherigen festhielt.

Das hinderte ihn daran, die grundlegenden sozialen und politischen Wandlungen im 20. Jahrhundert wahrzunehmen und sein Denken und Handeln daran auszurichten. Aus Sorge um die Sicherheit Skandinaviens befürwortete er in seiner Eigenschaft als Mitglied der Schwedischen Akademie der Kriegswissenschaften den Bau des Kriegsschiffes Sverige. Im Ersten Weltkrieg stellte er sich in seinen Veröffentlichungen ausdrücklich auf die Seite der deutschen Monarchie und ihrer Kriegsführung. Hedin begab sich 1927 mit sechzig Mann Begleitung, 300 Kamelen und vierzig Tonnen Gepäck auf sein letztes großes Abenteuer. Im Auftrag der deutschen Regierung, getarnt als Finanzierung durch die Lufthansa, sollte er prüfen, ob eine Flugverbindung zwischen Deutschland und China über die gewaltigen Wüstenfläche möglich sei. Wohnhaus von Sven Hedin in Stockholm, Norr Mälarstrand 66.

Hier bewohnte er ab 1935 mit seinen Angehörigen die oberen drei Stockwerke. Nach seiner Rückkehr wohnte Hedin in Stockholm zusammen mit seinen Geschwistern in einer modernen Hochhausanlage. Dort lebte er bis zu seinem Tod. Die nach Schweden gesandten archäologischen Fundstücke konnten dort drei Jahre lang wissenschaftlich ausgewertet werden und wurden China danach entsprechend dem Vertrag zurückgegeben. Das während der Expedition zusammengetragene wissenschaftliche Material wurde von Hedin und den anderen Expeditionsteilnehmern ab 1937 für die weltweite Ostasienforschung in mehr als 50 Bänden veröffentlicht.

1935 stellte er sein exklusives Wissen über Zentralasien nicht nur der schwedischen Regierung, sondern auch den Regierungen in China und Deutschland in Vorträgen und Vier-Augen-Gesprächen mit den politischen Repräsentanten Chiang Kai-shek und Adolf Hitler zur Verfügung. Bei Kriegsende beschlagnahmten Truppen der US Army im deutschen Verlag Justus Perthes in Gotha zielstrebig die Unterlagen für Hedins geplanten Central Asia atlas. Wenige Wochen vor seinem Tod vermachte Hedin die Rechte an seinen Büchern und seinen Nachlass der Königlichen Schwedischen Akademie der Wissenschaften. Zu den Entdeckungen der Chinesisch-Schwedischen Expedition gehörten auch viele bis dahin unbekannte asiatische Pflanzen und Tiere sowie Fossilien von Dinosauriern und ausgestorbenen Horntieren. Namen wurden mit dem Zusatz hedini versehen. Mit 15 Jahren erlebte Hedin die triumphale Rückkehr des schwedischen Polarforschers Adolf Erik Nordenskiöld nach der erstmaligen Befahrung der Nordostpassage.

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