Streiten für eine Welt jenseits des Kapitalismus PDF

Dieser Artikel existiert auch streiten für eine Welt jenseits des Kapitalismus PDF Audiodatei. Dem Werk liegt Fromms Sichtweise zugrunde, nach der Liebe Wissen und aktives Bemühen erfordert.


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Der marxistisch inspirierte freiheitliche Sozialismus von Fritz Sternberg (1895 -1963) hat uns heute noch viel zu sagen. Die Lektüre passt in eine Zeit, in der sich grundlegende Zukunftsfragen erneut stellen. Seine Entwicklung eines freiheitlichen Sozialismus steht in der Tradition des radikalen Reformismus, für den Marxsche und andere Analysen der Arbeiterbewegung eine undogmatische Grundlage bilden. Dieser Band versammelt renommierte Autoren, die bisher zu wenig rezipierten Texte Fritz Sternbergs neu gelesen haben und zahlreiche Bezüge zu heutigen Debatten um eine linke Politik von Gerechtigkeit, Emanzipation und Demokratie herstellen. Der Sammelband enthält Texte von Helga Grebing, Marcel van der Linden, Thilo Scholle, Richard Saage, Klaus-Jürgen Scherer, Terence Renaud, Nikolas Dörr und Bernd Rudolph sowie einen umfangreichen Dokumententeil.

Liebe ist demnach nicht einfach ein schönes Gefühl, dem man sich hingibt. Für die meisten Menschen liegt das Problem der Liebe darin, geliebt zu werden und nicht in der eigenen Fähigkeit zu lieben. Des Weiteren betrachteten die meisten Menschen das Problem des Liebens eher als das Problem des geliebten bzw. Objekts als das ihrer eigenen Fähigkeit oder Unfähigkeit zu lieben. Dies führt Fromm unter anderem auf die Veränderung des Liebesverständnisses der westlichen Welt im 20. Jahrhundert zurück, in dessen Verlauf sich der Begriff der romantischen Liebe durchsetzte.

Neben der Beherrschung der Theorie, die er im 2. Praxis der Liebe, der er das 4. Kapitel widmet, nennt Fromm noch ein weiteres konstitutives Element: Der Liebe müsse der höchste Stellenwert im Leben eingeräumt werden, vor Erfolg, Prestige, Geld und Macht. Fromm weist im Weiteren auf die Diskrepanz zwischen dem in der zeitgenössischen Gesellschaft aufgrund dieser Getrenntheit bestehenden Konformitätsbedürfnis und der gleichzeitig behaupteten Individualität der Gesellschaftsmitglieder hin und macht auch darauf aufmerksam, dass diese Art von Gleichheit oft nicht ausreiche, um die Angst vor der Getrenntheit zu beruhigen.

Fromm unterscheidet verschiedene Arten von Vereinigung, deren Unzulänglichkeiten er herausstreicht: Die durch Konformität erreichte Einheit sei eine Pseudo-Einheit, die durch produktive, d. Tätigkeit erreichte Einheit sei nicht zwischenmenschlicher Natur und die orgiastische Vereinigung sei nur vorübergehender Art. Einzige befriedigende Antwort auf die Frage der menschlichen Existenz ist nach Fromm die zwischenmenschliche Einheit: die Liebe. Form die Beherrschung, der Sadismus ist.

Laut Fromm ist das liebende Geben nicht mit Aufgeben gleichzusetzen. Der Marketing-Charakter sei zwar bereit zu geben, jedoch nur im Austausch mit etwas anderem, ansonsten fühle er sich betrogen. Das Grundbedürfnis ist demnach, sich mit einem anderen Menschen zu vereinigen. Daneben existiert das menschliche Verlangen, den anderen zu ergründen. Dies sei mittels der Liebe möglich. Parallel dazu sieht er das Bedürfnis, Gott zu erkennen.

Für Fromm steht dabei fest, dass der Mensch das Geheimnis aller Dinge niemals begreifen, aber durch die Liebe erkennen kann. Nach diesem Exkurs wendet er sich wieder dem Bedürfnis nach Einheit zu, welches auch aus dem biologischen Bedürfnis der Vereinigung des männlichen und des weiblichen Pols resultiere. Fromm setzt sich kritisch mit der Psychologie Sigmund Freuds auseinander, dessen extrem patriarchalisch geprägte Vorstellungen er ablehnt und zu überwinden versucht. Er definiert die Idealtypen des männlichen und weiblichen Charakters wie folgt: Der männliche Charakter besitzt Eigenschaften wie Eindringungsvermögen, Führungsqualitäten, Aktivität, Disziplin und Abenteuerlichkeit, der weibliche hingegen solche wie Aufnahmefähigkeit, Beschützenwollen, Realismus, Geduld und Mütterlichkeit. Fromm beschäftigt sich anschließend mit der Liebe zwischen Eltern und Kind. Diese Mutterliebe könne nicht erworben werden. Ab dem sechsten Lebensjahr sei für das Kind die väterliche Liebe, Autorität und Lenkung unerlässlich.

Liebe ist nach Fromm eine Haltung, die nicht auf ein einziges Objekt bezogen werden kann, sondern sich auf die ganze Welt erstrecken muss. Die Nächstenliebe liegt Fromm zufolge allen anderen Formen der Liebe zugrunde. Liebe zwischen Gleichen, die aus der gegenseitigen Hilfe resultiert. Liebe zum Nächsten entwickelt sich aus dem Mitleid zum Hilflosen, erfordert also Empathie. Ungleichheitsbeziehung: Das Kind braucht Hilfe, welche die Mutter ihm gibt. Fromm führt aus, dass wahre Mutterliebe nicht nur bedeutet, für das Wachstum des Kindes zu sorgen, sondern schließlich auch loslassen zu können.

Während die Mutterliebe eine Beziehung zweier Menschen beschreibt, die eins waren und sich nun voneinander trennen, beschreibt die erotische Liebe die Beziehung zweier Menschen, die getrennt waren und nun eins werden. Für viele Menschen endet die Liebe jedoch dann, wenn sie glauben, den anderen kennengelernt zu haben, und oft ist die sexuelle Vereinigung dann noch das einzige Mittel, die Getrenntheit zu überwinden. Des Weiteren ist die erotische Liebe nicht universell, sondern exklusiv. Diese Exklusivität wird oft mit dem Wunsch verwechselt, vom anderen Besitz zu ergreifen. Problem dann nur insoweit gelöst, als sie die Einsamkeit auf zwei Personen erweitert haben. Zur Selbstliebe bemerkt Fromm, man meine oft, dass in dem Maße, wie man sich selbst liebe, man andere nicht lieben könne.

Selbstliebe würde daher fälschlicherweise mit Selbstsucht gleichgesetzt. Schließlich kommt Fromm zur Liebe zu Gott, der religiösen Form der Liebe. Auch sie entspringe dem Bedürfnis, das Getrenntsein zu überwinden und Einheit zu erlangen. Die Art der Götter und die Art, wie sie geliebt bzw.

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