Religiöse Prägung und politische Ordnung in der Neuzeit PDF

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Författare: Bernhard Löffler.
Der in Passau lehrende Neuzeithistoriker Winfried Becker umgreift
mit seinen zahlreichen Monographien, Aufsätzen und Vorträgen eine im
Fach kaum mehr bekannte Breite der neueren und neuesten Geschichte von
der Frühen Neuzeit bis zur jüngsten Zeitgeschichte. Anlässlich seines
65. Geburtstages widmen ihm Schüler, Kollegen und Freunde aus mehreren
europäischen Ländern eine Sammlung von Beiträgen, die diesem
Facettenreichtum Rechnung tragen und dabei die Schwerpunkte des
wissenschaftlichen Werkes des Jubilars widerspiegeln wollen. In dem
vorliegenden Band finden sich daher Studien zu staatlichen,
parteipolitischen und religiösen Institutionen, zu den dahinter
stehenden Protagonisten und Konzeptionen sowie zu den Prägekräften
konfessionell-religiöser Faktoren auf Staat, Parteien und Verbände. Das
thematische Spektrum der Untersuchungen erstreckt sich von der
Reformations- geschichte und den Problemen frühneuzeitlicher
Frömmigkeitspraktiken und Staatsbildungsprozesse über Fragen nach dem
Verhältnis von Staat, Kirchen und Konfessionen in der neueren und
neuesten Zeit bis hin zur Entwicklungsgeschichte der „christlichen
Demokratie“ im 19. und 20. Jahrhundert.

Erkenntnistheorie im Zeitalter der Nationalstaaten: 19. Das deutsche Wort Erkenntnistheorie wurde erst Mitte des 19. Jahrhunderts gebräuchlicher, als sich ein praxisorientierterer, eher theorieferner Umgang mit Erkenntnis in den Naturwissenschaften vom philosophischen, eher theoretischen abspaltete. Erkenntnistheorie setzen sich im größeren Bogen mit gängigen Wissensbeständen, mit der Wissenschaftstheorie, mit den benachbarten Feldern der Philosophie sowie mit der erkenntnistheoretischen Diskussion selbst auseinander. Gegenüber alltäglichen Überlegungen gewinnen die erkenntnistheoretischen im selben Moment oft eine kaum ernstzunehmende Dimension. Dieser Mensch ist nicht verrückt: Wir philosophieren nur.

Für den Erkenntnistheoretiker ist anders als im Alltag nicht das einzelne anzweifelbare Faktum interessant, sondern die Überlegung, mit der an einem ganzen Bereich von Wissensbeständen gezweifelt werden kann. Die gezielt gestalteten Probleme bezeichnet man in der Erkenntnistheorie als Aporien. Sie erweisen sich in der Regel nach kurzer Überlegung als mit menschlicher Erkenntnis unlösbar. Man kann ihnen dank ihrer Einfachheit umso klarer mit Musterlösungen begegnen, deren Konsequenzen in den Folgeüberlegungen dann überschaubar bleiben. Ob man träumt oder wacht, ist eines der ältesten dieser Probleme. Wahrnehmung erachtet, sich nur im Bewusstsein abspielt, ein einziger Traum ist, und es unbeweisbar und daher unentschieden ist, ob es außer diesem Bewusstsein etwas gibt. Interpretation der Wahrnehmungen leiste ich die Zuordnung?

In der Alltagssicht ist das zwar eine bedenkliche Lösung, man geht jedoch bis zu einem bestimmten Punkt tatsächlich von ihr aus: Die verbreitete Alltagslogik ist es, dass es die Welt gibt und dass sich die Menschen mittels Sinneswahrnehmungen ein Bild von ihr machen. Es ist jedoch bekannt, dass dieses Bild nie wirklich mit der Welt verglichen wird. Ludwig Wittgenstein verwies mit den zitierten Denkspielen darauf, dass im Alltag eigene Bewertungen solcher Fragen gelten. Sie kollidieren im gelingenden Fall planvoll und potentiell brisant mit öffentlich vertretenen Sichtweisen. Heikel ist die philosophische Analyse in der Öffentlichkeit etablierter Erkenntnis, da die Erkenntnistheorie mit ihr als Metadiskussion auftritt: Sie hinterfragt die Fundamente anderer Diskussionen.

Grenzen der Erkenntnistheorie wird, drittens, vor allem in der Erkenntnistheorie selbst nachgedacht. Wittgensteins späte Überlegungen werfen erst hier ihre weiteren Fragen auf. 1922 hatte er in seinem Tractatus Logico-Philosophicus den Nachweis geführt, dass der Mensch, was auch immer er von der Welt wahrnimmt, in Aussagen zu Sachverhalten überführen könne. Entscheidende Impulse gingen von der Erkenntnistheorie auf die modernen Wissenschaften aus, diese wiederum haben in Europa in den letzten fünfhundert Jahren die Erkenntnistheorie selbst entscheidend mitgestaltet.

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