Politische Bildung und Praktische Philosophie PDF

Dieser Artikel befasst sich mit dem philosophischen Begriff Vernunft. Der Begriff der Vernunft bezeichnet in seiner modernen Verwendung ein durch Denken bestimmtes geistiges menschliches Vermögen zur Erkenntnis. Der Inhalt des Begriffs politische Bildung und Praktische Philosophie PDF Vernunft wird unterschiedlich bestimmt.


Författare: Bernhard Sutor.
Politische Bildung ist eine Praxis, die in besonderem Maß theoretischer Klärung bedarf. Wie kann das konflikthafte Feld der Politik zum Medium für Menschenbildung werden? Es überrascht nicht, daß politische Bildung immer auch Gegenstand des Streites konkurrierender Konzepte ist. Der vorliegende Band dokumentiert die Teilnahme eines praxiserfahrenen Theoretikers an diesem Streit.
Bernhard Sutor ist zweifellos im Feld der politischen Bildung einer der renommiertesten Namen im deutschsprachigen Raum. Ihm ist Theorie nicht Selbstzweck, vielmehr erscheint ihm nichts so praktisch wie gute Theorie. In Orientierung an Praktischer Philosophie der europäischen Denktradition diskutiert er Grundlagen, Ziele und Modi politischer Bildung als einer rationalen und dialogischen Praxis. Politik ist wahrheitsfähig, sofern die Handelnden sich auf Regelkonsens und Kompromisssuche verpflichten. Aber sie geht weder in Theorie auf, noch kann sie durch Sozialtechnik ersetzt werden. Auch ethische Normen sind für sie konstitutiv, aber sie darf nicht auf Moral reduziert werden. Deshalb braucht politisches Urteilen auch ethische Kategorien; es genügt aber nicht gute Gesinnung, vielmehr ist spezifisch politische Urteilskraft Ziel politischer Bildung. Zu diesem Komplex werden hier in zwanzig repräsentativen Beiträgen die bleibenden und die wechselnden Hauptfragen politischer Didaktik der letzten drei Jahrzehnte diskutiert.

In Abgrenzung zum Begriff der Vernunft wird der Begriff des Verstandes heute gebraucht für Fälle, in denen Phänomene gesondert betrachtet werden, abgelöst vom größeren umfassenden Zusammenhang. In der Umgangssprache werden die beiden Begriffe allerdings nicht streng voneinander unterschieden. Angaben ohne ausreichenden Beleg könnten daher möglicherweise demnächst entfernt werden. Bitte hilf Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Zum einen wird sie als die Grundlage für Erkenntnis und Erkenntnisgewinn betrachtet. Sie schafft die Voraussetzung für Erkenntnis, indem sie eine Systematik und einen Bezugsrahmen für Wissen vorgibt. Von der Vernunft unterschieden wird gewöhnlich der Verstand als Erkenntnisvermögen oder als das Zusammenwirken vieler verschiedener kognitiver Fähigkeiten.

Zum anderen wird Vernunft in der Bedeutung von vernünftigem Handeln verwendet. In diesem Sinn begründet Vernunft eine normative, philosophische Ethik, die keine Berufung auf andere Instanzen eingesteht. Der Mensch und die ganze Menschheit hat im Idealismus Anteil an dieser Vernunft, aber sie vollzieht sich eher an ihm, als dass er einen Einfluss darauf hat. Bei Platon findet sich die Unterscheidung zwischen noesis und dianoia. Aristoteles bestimmte die Vernunft auf zweierlei Ebenen. Zum einen die denkende Vernunft, der Logos, der ein Gespräch mit sich selbst ist, und zum anderen die handlungsleitende Vernunft, die Phronesis, die auf die Praxis gerichtet ist.

In der Stoa diente die Vernunft dazu, die körperlichen Triebe zu regulieren und so zu einem ausgewogenen, tugendhaften Leben zu kommen. Die Vernunft kann sich nicht gegen die Ordnung der Natur stellen. Die lateinische Terminologie übersetzte noesis mit intellectus und dianoia mit ratio. Die Philosophie des Mittelalters war in ihren Anfängen geprägt durch den Gedanken einer Integration von Religion und Philosophie. Beide sollten nicht in Widersprüche zueinander geraten. Gott wurde aber im Mittelalter auch als eine Instanz gedacht, die allem menschlichen Denken übergeordnet ist, bei Petrus Damiani sogar so weit gehend, dass das Denken seinen Ursprung im Teufel hat und vor Gott nichts gilt.

Thomas von Aquin hielt es hingegen für erforderlich, dass die Erkenntnis der Welt nicht auf Irrtümern gegründet werden darf, weil dadurch der rechte Glaube an Gott gefährdet wird. In der Hochscholastik entwickelte sich das Streben, Glaubensüberzeugungen und Vernunft wieder zu trennen. Bedeutende Vertreter dieser Entwicklung waren Johannes Duns Scotus und Wilhelm von Ockham. Ansätze finden sich in fast allen Kulturkreisen. In der islamischen Tradition hat der einflussreiche Philosoph Avicenna die Vernunft als eine stetige Emanation Gottes beschrieben. Nikolaus von Kues hob hervor, dass die Vernunft eine besondere Fähigkeit des Menschen ist, die durch Bildung erst ihre Kraft entfalten kann. Der Mensch verhält sich als Mensch zum Tier wie ein belehrter Mensch zu einem unbelehrten.

Während der Verstand die vielfältigen Sinneseindrücke zusammenfasst, geht die Vernunfteinsicht in der Schau des Höheren noch über den Verstand hinaus. Das europäische Zeitalter der Aufklärung ist von dem Gedanken getragen, dass die Vernunft imstande ist, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Die Vernunftreligion soll die dogmatische Unterdrückung und den Autoritätsglauben der christlichen Religion überwinden und Freiheit und Wohlstand für alle bringen. Immanuel Kant führte Ende des 18.

Jahrhunderts die Ansätze des Rationalismus und des Empirismus in seiner kritischen Philosophie zusammen. Mit Kant kam endgültig der Vernunft ihre Bedeutung als dem gegenüber dem Verstand höheren Erkenntnisprinzip zu. Er definierte den Verstand als das an Sinneseindrücke gebundene, aposteriorisch arbeitende Erkenntnisvermögen. Nachdem Kant die Grenzen der Erkenntnisse und der Vernunft beschrieben hatte, wollten sich einige Vertreter des deutschen Idealismus nicht mit diesen abfinden. Arthur Schopenhauer unterscheidet Verstand als die Fähigkeit zum anschaulichen Erkennen und Vernunft als jene zum abstrakten, diskursiven Erkennen.

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