Laskers Lehrbuch des Schachspiels PDF

Dies ist ein als lesenswert ausgezeichneter Artikel. Lasker war der jüngste Sohn des Chasans Adolf Lasker und dessen Laskers Lehrbuch des Schachspiels PDF Rosalie Israelssohn. Er hatte zwei Schwestern, Theophilia und Amalie, und einen Bruder, Bertold.


Författare: Emanuel Lasker.
Dr. Emanuel Lasker war von 1894 bis 1921 der bis heute einzige Deutsche Schachweltmeister.
Neben seinen zahlreichen Büchern über Schach zählt das Lehrbuch des Schachs zu den besten Einführungen in das Schachspiel. Im Buch werden neben der Anleitung ausführliche Betrachtungen der Spielweisen und Eröffnungen großer Meister dargestellt und erläutert. Die Kapitel über Das ästhetisch Wirksame im Schachspiel und Über Erziehung zum Schach runden das Meisterwerk ab.
Annette Borik hat Laskers Werk durchgesehen und auf den neuesten Stand gebracht.
Rezension von Gerald Berghöfer
Dr. Emanuel Lasker war jener Weltmeister, der den Titel am längsten inne hatte. Doch nicht nur dies ist an ihm besonders, sondern mich interessiert vor allem seine Ansicht, dass beim Schach das Gedächtnis nicht mit Eröffnungsvarianten vollgestopft werden müsse. Heute wird extrem viel Zeit mit dem Durchforsten von Eröffnungen verbracht – und da auch dies nicht reichen kann, werden eigene Sekundanten eingestellt, um vielleicht doch wieder einmal einem Gegner eine eingelernte Variante um die Ohren zu hauen. Wie erfrischend leicht ist im Gegensatz dazu Laskers Methode!
Dies dürfte auch einer der wesentlichen Gründe sein, warum er so lange Zeit absolute Spitzenklasse war, während Kasparow wegen Gedächtnisproblemen relativ früh zurücktrat.
Durch das Entlasten des Gedächtnisses erklärt sich auch, dass Dr. Lasker bei den Schlussbetrachtungen beschreibt, dass die schachliche Erziehung viel zu uneffektiv und langsam vor sich ginge und zählt auf, mit welchen Inhalten ein guter Trainer einen Anfänger in 200 Stunden so weit bringen können sollte, dass ihn ein Meister i.d.R. mit Figurenvorgabe nicht mehr besiegt.
Doch kann man diese Zeitangaben dennoch nicht 1:1 in die heutige Zeit übernehmen, da zu dieser Zeit nicht in so jungem Alter wie heute mit dem Schach begonnen wurde und bei älteren Anfängern die geistigen und emotionalen Fähigkeiten weiter entwickelt, die Konzentrationsfähigkeit höher, und die Bereitschaft, zielgerichtet zu trainieren, ausgeprägter ist.
Wie sieht nun das Training im Buch aus? Den Aufbau der Elementarlehre konnte ich leider nicht nachvollziehen – wieso wird z.B. bei den Erklärungen, wie der König zieht, bereits vorausgesetzt, dass man versteht, wie andere Figuren ziehen können, obwohl diese noch nicht erklärt wurden? Dies ist aber auch der einzige Kritikpunkt, den ich an diesem sonst so faszinierenden Buch fand.
Erfrischend wird im zweiten Kapitel, "zweites Buch" genannt, jede wesentliche Eröffnung in nur wenigen Zeilen auf den Punkt gebracht. Natürlich stehen heute teilweise andere Variaten im Vordergrund wie damals, deshalb wurden vom Verlag veraltete Varianten rausgenommen und einige Ergänzungen angefügt. Bei der Betrachtung der Eröffnungen wird, wie von Lasker versprochen, das Gedächtnis nicht überstrapaziert, sondern er teilt mit, warum er was von welcher Eröffnung hält und alleine dadurch erklären sich viele Varianten schon von selbst.
Dem Wesen der Kombination wird im "dritten Buch" auf den Zahn gefühlt. Auch hier ist erstaunlich, wie Lasker nicht einfach eine Vielzahl an Kombinationen aneinanderreiht, auf welche Weise in vielen Büchern mit Kombinationen das Gedächtnis strapaziert wird, sondern er durchblickt und erklärt die Motive, die sich dann in vielfältigen Abwandlungen ausdrücken können. Hier sieht man sein Genie durchblitzen und versteht, wie bei den Eröffnungen, wie man mit wenigen, aber den richtigen Erkenntnissen, mehr erreichen kann, als tausende Kombinationen durchzugehen, bei denen der innere Sinn nicht verstanden wird.
Sodann das nächste Highlight: Das Positionsspiel wird erläutert und auch das Zusammenwirken mit der Kombination. Durch die Abhandlung über die Entwicklung der Spielweise Steinitz wird auch das Wesen der Eröffnung noch eingehender betrachtet – auf eine Weise, wie ich sie nie zuvor gesehen habe! Durch die Erklärungen Laskers über Steinitz Werk, das auch wesentliche Parallelen zwischen dem Schach und dem Leben festhielt, wird man in eine Zeit hineinversetzt, bei der es um viel mehr inneren Sinn des Schachs ging als heute. Wie schwach wirken dagegen die unzähligen Variantenvorbereitungen, wie sie derzeit vorherrschen.
Im Kapitel über das Ästhetische im Schach werden "die Unsterbliche" behandelt, sowie Vergleiche zwischen David und Goliath mit feinen und groben Schachzügen hergestellt. Es wird klar, wie wichtig Kunst im Schach ist, was erst die wahre "Schachkunst" ausmacht.
Beispiele und Muster runden das historisch wertvolle Werk ab.
Fazit:
Trotz Lehrteil für Beginner ist das Buch für Anfänger jüngeren Alters zu schwer, hier sollte ein spezielles Anfängerbuch vorgeschaltet werden. Doch ab dem zweiten Schritt ist dies eines der besten Bücher für ältere Jugendliche und Erwachsene, die sich schachlich verbessern wollen. Vor allem weiß und lehrt der Weltmeister im Gegensatz zu vielen anderen Spitzenspielern, wie man – ohne sein Gedächtnis mit Eröffnungsvarianten überzustrapazieren – ein Könner des königlichen Spieles wird. Erhebend sind auch seine Erläuterungen zur Umwälzung der Spielweise durch die Erkenntnisse des österreichischen Weltmeisters Wilhelm Steinitz.
Rezension Schach-Markt 4/2005
Ein echter Klassiker erlebt beim Joachim Beyer Verlag eine Neuflage: Emanuel Laskers Lehrbuch des Schachspiels.
In insgesamt sechs Abschnitten, sogenannten Büchern, vermittelt der zweite Weltmeister der Schachgeschichte alle wichtigen Grundlagen, mit denen Neueinsteiger in das königliche Spiel vertraut sein sollten.
Zunächst stehen im ersten Buch die elementaren Themen wie Zugregeln, Aufstellung der Figuren und Wert der Figuren auf dem Programm.
Das zweite Buch führt den Leser in das Reich der Eröffnungen ein. Zahl­reiche Beispiele veranschaulichen exemplarisch, worum es in den verschiedenen Abspielen geht. Die Z­sammenstellung der Eröffnungen spiegelt natürlich den damaligen Stand wider und ist folglich veraltet, von den vermittelten Grundsätzen sollten Anfänger aber auch noch heute profitieren.
Nach dem Abschnitt über die Kombination in der Schachpartie folgt das Buch über das Positionsspiel, beides wird von Lasker fein aufgeschlüsselt und mit Beispielen verdeutlicht.
Es folgt ein Abschnitt über das ästhetisch Wirksame im Schachspiel, bevor das sechste und letzte Buch mit kommentierten Beispielpartien den eigentlichen Inhalt abschließt. Einige Schlussbetrachtungen Laskers sowie ein Partien- und Spielerindex runden das bewährte Lehrbuch würdig ab.
Auch wenn das Buch einer bereits vergangenen Zeit entstammt hat sein Inhalt längst nicht an Gültigkeit eingebüßt, weshalb es auch heute noch von Neueinsteigern ins königliche Spiel mit Gewinn zu studieren ist.

1889 begann Lasker, in Berlin Mathematik zu studieren, doch schon ein Jahr darauf wechselte er nach Göttingen. Mai 1894 fand das Match statt. Mit zehn Siegen bei fünf Niederlagen und vier Unentschieden wurde Lasker überlegen der zweite offizielle Schachweltmeister. Er spielte in dem Match nicht besonders spektakulär, nutzte aber die Schwächen seines Gegners, der den Zenit seiner Karriere bereits überschritten hatte, sehr effizient aus. Lasker lebte bis 1896 überwiegend in den USA. 1897 einen Revanchewettkampf in Moskau, den er noch deutlicher mit zehn Siegen, zwei Niederlagen und fünf Unentschieden gewann. Dann zog er sich bis 1899 vom Schach zurück, um sein Studium in Heidelberg und Berlin fortzusetzen.

1899 übernahm Lasker die Redaktion der Deutschen Schachzeitung und behielt sie auch nach seiner Übersiedlung 1902 nach New York. Dort plante er, eine akademische Laufbahn einzuschlagen. 1908 kehrte er nach Deutschland zurück und nahm seinen Wohnsitz in Berlin. März 1911 heiratete er in Berlin die Schriftstellerin Martha Cohn.

1913 erwarb er ein Landhaus in Thyrow bei Trebbin südlich von Berlin und versuchte sich in dieser Zeit auch als Landwirt. Da er aber nicht sehr praktisch veranlagt war, erzielte er auf diesem Gebiet keine Erfolge. Petersburg eines der bedeutendsten Turniere der Schachgeschichte statt. Durch den Ausgang des Ersten Weltkrieges verlor Lasker sein in Kriegsanleihen investiertes Vermögen.

Lasker hatte sich, wie viele deutsche Juden, patriotisch gezeigt und sogar 1916 eine Broschüre mit dem Titel Die Selbsttäuschungen unserer Feinde veröffentlicht, in der er die Kriegsgegner Deutschlands kritisierte. Ein erneuter Versuch Capablancas, mit Lasker um die Weltmeisterschaft zu spielen, scheiterte zunächst 1920 aus finanziellen Gründen. Lasker war bereit, freiwillig auf den Titel zu verzichten und ihn an Capablanca zu übergeben. Neuerliche Anstrengungen erlaubten dann aber die Ausrichtung eines Wettkampfs vom 15. Lasker gewann 1923 in Mährisch-Ostrau und 1924 in New York zwei sehr stark besetzte Turniere.

Das New Yorker Turnier gilt als eines der bedeutendsten überhaupt in der Geschichte des Schachs. Dort spielte Emanuel Lasker auch die einzigen beiden Turnierpartien gegen seinen Namensvetter Edward Lasker. Die repressive antisemitische Politik, die die Machtübernahme der Nationalsozialisten Anfang 1933 in Deutschland mit sich brachte, nötigte Lasker und seine Ehefrau zur Flucht. Nach einjährigem Aufenthalt in den Niederlanden zog das Ehepaar 1934 nach London. 1935 lud ihn die Akademie der Wissenschaften der UdSSR nach Moskau in die Sowjetunion ein. Die Einladung beinhaltete unter anderem eine ständige Mitgliedschaft in der Akademie.

Lasker nahm an und ging nach Moskau. Besorgt über den Großen Terror in der stalinistischen Sowjetunion, nutzte Lasker 1937 eine Gelegenheit, das Land zu verlassen. Nach einem Besuch bei seiner Stieftochter in New York blieben die Laskers in den USA. Mai 2008 wurde Emanuel Lasker in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen. Er galt als Spieler mit anspruchsloser Eröffnungsvorbereitung, machte aber sehr wenige offensichtliche Fehler und konnte schlechtere Stellungen ausgezeichnet verteidigen. Als Beispiel für Laskers angeblich psychologischen Stil wird oft seine Partie gegen Capablanca beim Turnier in St.

Diese musste er unbedingt gewinnen, um noch Turniersieger werden zu können. Die Lasker-Verteidigung im Abgelehnten Damengambit entsteht nach der Zugfolge 1. Dabei verschafft sich Schwarz durch Rückgabe des Mehrbauern eine solide Stellung, was gegen Angriffsspieler auch psychologisch von Vorteil ist. Nachdem Lasker diese Verteidigung empfohlen hatte, wurde das Evans-Gambit in der Turnierpraxis nur noch selten angewandt. In Albins Gegengambit gab er einer Eröffnungsfalle seinen Namen. Laskers höchste historische Elo-Zahl war 2878 im Mai 1894.

Er lag in 292 unterschiedlichen Monaten, also knapp 25 Jahre, auf Platz 1 der Weltrangliste. Das erste Mal geschah dies im Juni 1890, das letzte Mal im Dezember 1926. Lasker war auch Mathematiker und Philosoph. Dabei abstrahiert er Prinzipien aus dem Schachspiel und überträgt sie auf andere Lebensbereiche. Lasker hat sich mit vielen anderen Spielen als Theoretiker und Erfinder beschäftigt. Steine gab und ihm zu Anfang die Wahl ließ, entweder einen neuen Stein einzusetzen oder einen bereits gesetzten zu ziehen. Lasker hat eine Version des Nim-Spiels erfunden und durch Analysen von Aneinanderfügungen von Verluststellungen zur Entwicklung der frühen Kombinatorischen Spieltheorie entscheidend beigetragen.

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