Kompetenzorientiert unterrichten PDF

Dieser Artikel kompetenzorientiert unterrichten PDF Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.


Författare: .
Die klassische „Wissensvermittlung“ hat ausgedient. Zeitgemäßer Unterricht hilft Schülerinnen und Schülern, sich die notwendige Schlüsselkompetenzen selbst zu erarbeiten. Dieses Arbeitsbuch für den Religionsunterricht in der Sekundarstufe liefert erstmals praxiserprobte Anleitungen und Hilfestellungen.
Damit Schüler das Lernen lernen
Das erste Sekundarstufen-Arbeitsbuch für kompetenzorientierten Religionsunterricht
Mit zahlreichen Unterrichtsbeispielen

Heute gängige schulische Grundlagen wie Lesen, Schreiben und Rechnen wurden zwar schon im Mittelalter vermittelt, jedoch eher nur an begrenzte Kreise. Den Umbruch hin zur allgemeinen Bildung der Massen leitete ein reformatorische Schriftwerk von Martin Luther aus dem Jahr 1524 ein. Durch den Schul-Reformer Wilhelm von Humboldt aus Preußen um 1810 kam es zur qualifizierten Ausprägung des Schulwesens, etwa in Form von Humboldt-Gymnasien. Das Attribut Humboldt-Schule glich einer Zertifizierung bzw. Kritik an der Leistungsfähigkeit des Bildungssystems. Strittig ist schon, ob eine Überfüllung der Lehrpläne mit Stoff dafür verantwortlich ist.

Grundgedanke ist, dass Schüler an unterschiedlichen Gegenständen und Inhalten vergleichbare Kompetenzen erwerben können. Um diese hinreichend präzise benennen zu können, braucht man Kompetenzdefinitionen und -modelle. Opportunity-to-Learn-Standards beschreiben Festlegungen für Rahmenbedingungen des Lernens, etwa hinsichtlich der Stundentafel, der Ausstattung von Schulen usw. Inhalten weitgehend unabhängige, also an unterschiedlichen Inhalten und Gegenständen zu erwerbende Fähigkeiten, Fertigkeiten und Bereitschaften. Sie machen den wesentlichen Kern der sog.

Outcome-Orientierung der Bildungspolitik der 2000er Jahre aus. Performance-Standards benötigen ein zu Grunde liegendes Kompetenz-Modell, um operationalisier- und messbar zu sein. Mindeststandards beschreiben das Minimalniveau einer Kompetenz, das alle Schüler einer Lerngruppe bzw. Maßnahmen erst bei Nichterreichen in bedeutendem Umfang zu ergreifen sind. Assessment bezeichnet dabei die Messung eines jeweils erreichten Standes der Kompetenzen zu einem bestimmten Zeitpunkt, zumeist in durchschnittlichem Zugriff bei größeren Gruppen und ohne Beachtung der zu Grunde liegenden individuellen Lernwege. Assessments sagen vor allem etwas über die Leistung des Schulsystems bzw.

Evaluation bezeichnet die Messung des Erreichens von Kompetenzniveaus bzw. Veränderung in Abhängigkeit von ergriffenen Maßnahmen. Standards soll zeigen, dass das Konzept des Qualitätsmanagements und der Qualitätssicherung Eingang ins Bildungswesen hält. Output-orientierte Regelstandards wurden in Deutschland von Vertretern aus Praxis und Bildungsverwaltung und unter Beteiligung von Fachdidaktikern für zunehmend mehr Fächer und Schulstufen entwickelt.

Verbindlich sind davon aber nur einige in ausgesuchten Fächern. Mittleren Schulabschluss auf die Fächer Physik, Chemie und Biologie auszuweiten. Seit 2005 gilt dies auch für Physik, Chemie und Biologie sowie für den Hauptschulabschluss und für Grundschulabgänger. In Baden-Württemberg gelten landeseigene Bildungsstandards seit 2004 für alle Schulen und Fächer. Es folgten verbindliche Bildungsstandards für die Abiturprüfung in Deutsch, Mathematik, Englisch, Französisch. Eingeführt werden sollen sie für die Naturwissenschaften Biologie, Chemie und Physik. Die nationalen, von der Kultusministerkonferenz verabschiedeten Bildungsstandards sind jedoch nur als Rahmen für die einzelnen Bundesländer zu verstehen.

Die in den Bildungsstandards beschriebenen Fähigkeiten werden unter Leitung des IQB regelmäßig im gesamten Bundesgebiet evaluiert. 2009 fand ein erster Ländervergleich im Bereich Sprachen statt. Im Ländervergleich 2011 wurden Kompetenzen in Deutsch und Mathematik getestet. Beim Ländervergleich 2012 wurden neben mathematischen Fähigkeiten erstmals Kompetenzen aus dem Bereich der Naturwissenschaften erhoben.

Die Bewertung der Bildungsstandards schwankt zwischen hohen bildungspolitischen und bildungswissenschaftlichen Erwartungen und entschiedener Ablehnung. Befürworter heben hervor, dass sie den Unterricht überprüfbar verbessern können. Kritiker streiten dies ab und bezweifeln ihre Wissenschaftlichkeit. Die Einführung von Bildungsstandards ist sowohl mit bildungswissenschaftlichen als auch mit unterrichtspraktischen Herausforderungen verbunden. Erstere bestehen insbesondere darin, die Bildungsstandards als überprüfbare Kompetenzen zu beschreiben, die spezifiziert als eine Menge von Aufgaben bestimmt werden, welche die Lernenden lösen können, wenn sie die spezifische Kompetenz erworben haben. Kritiker zweifeln den Erfolg von Bildungsstandards an.

Baden-Württemberg veröffentlichten Bildungsstandards für das Fach Geschichte zeigt keine großen Veränderungen gegenüber herkömmlichen Lehrplänen. Bei Kernfragen halten sich die Autoren bedeckt, so bei der Frage der vergleichbaren Überprüfbarkeit der erworbenen Kompetenzen. Kritik richtet sich auch darauf, dass die in den Bildungsstandards benannten Anforderungen nur die „domänenspezifischen“ fachlichen und kognitiven Erwartungen spezifizieren. Interdisziplinäre Qualifikationen, soziale, kommunikative und personale Kompetenzen finden keinen Widerhall, da sie schwieriger in Form von fachlichen Kompetenzbeschreibungen zu fassen sind.

This entry was posted in Fachbücher. Bookmark the permalink.