Kommunismuskritik im westlichen Nachkriegsdeutschland PDF

Nach Kommunismuskritik im westlichen Nachkriegsdeutschland PDF seines jüdischen Elternhauses studierte er von 1926 bis 1931 Nationalökonomie und Soziologie in Berlin und Heidelberg. Zu seinen Professoren zählten unter anderem Alfred Weber und Karl Mannheim.


Författare: Mario Kessler.
Die kritische Analyse kommunistischer Ideologie und Herrschaftspraxis gehört heute zum Kanon der politischen und der Wissenschaftskultur der Bundesrepublik. Wichtiger Bezugspunkt sind dabei die Vorarbeiten von Kommunismusforschern, die ab 1945 aus dem Exil in das westliche Deutschland zurückkamen. Sie setztenan die Stelle einer im „Dritten Reich“ ideologisch betriebenen Propaganda die wissenschaftliche Beschäftigung mit der sowjetischen Staatenwelt.Manche der Begründer der neuen Disziplin hatten über ihr einstiges Engagement in der kommunistischen Bewegung zu später Kritik gefunden, hatten im Exil verschiedene Arbeitsweisen und Denkansätze kennen gelernt und nach ihrer Rückkehr politische Erfahrung und wissenschaftliche Erkenntnis in ihren Arbeitenzusammenzuführen versucht. Wie weit solche Absichten Erfolge zeitigten, prüft der Autor anhand von drei Fallstudien, in denen es nicht nur um Probleme der Forschung geht, sondern auch um die Lebens- und Denkwege der drei betreffenden Wissenschaftler Franz Borkenau, Richard Löwenthal und Ossip Flechtheim, diewichtigsten aus dem Exil zurückgekehrten Kommunismusforscher ihrer Generation.Der Autor versucht, den Zusammenhängen zwischen wissenschaftlichem Werk und biografischer Erfahrung nachzugehen, und er analysiert, welche Forschungsergebnisse, zu denen Borkenau, Löwenthal und Flechtheim gelangten, heute noch haltbar sind.

Im Juni 1935 kam es dann zur Spaltung der Gruppe Neu Beginnen und der Absetzung Loewenheims. Die Leitung von Neu Beginnen übernahm bis zur Gestapo-Verhaftungswelle unter den NB-Mitgliedern u. Im August 1935 emigrierte Löwenthal in die CSR und arbeitet in Prag im NB-Auslandsbüro mit. Im Exil pflegte er eine enge Verbindung zur Fabian Society und war Beiratsmitglied im International Socialist Forum. Außerdem trat er für die Rekonstruktion der II.

1945 wurde er Mitglied der SPD. 1974 wurde Löwenthal in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. In seinem umfangreichen wissenschaftlichen Werk beschäftigte sich Löwenthal mit verschiedenen politikwissenschaftlichen und historischen Themen. Er profitierte unter anderem vom Wissen des Soziologen Max Weber.

Schon an seiner Promotionsarbeit über Die Marxsche Theorie des Krisenzyklus ließ sich erkennen, dass sich Löwenthal anfangs vor allem mit wissenschaftlich-theoretischen Fragen des Kommunismus beschäftigte, obwohl seine Kritik an der kommunistischen Sozialfaschismustheorie Ende der 1920er Jahre zum Ausschluss aus der KPD führte. Durch die Aufgabe des Konzepts des demokratischen Zentralismus erreichte Löwenthal nach 1935 eine ideologische Annäherung an die Sozialdemokratie, insbesondere an Otto Bauers Austromarxismus und die Haltung der traditionellen linken sozialdemokratischen Parteiopposition. In Klare Fronten, erschienen 1941 in London, propagierte Löwenthal im Hinblick auf die Kriegsziele der Alliierten die Deutsche Revolution zwischen den Weltmächten. In den 1960er Jahren erfuhr Löwenthals bereits 1947 erschienenes Werk Jenseits des Kapitalismus unter der sozialistischen Linken und der Studentenbewegung neue Beachtung.

Das Werk ist eine theoretische Schrift über den demokratischen Sozialismus und sollte einen Beitrag zu sozialistischen Neuorientierung in Deutschland darstellen. Im Jahr 1970 gehörte Richard Löwenthal zum engsten Gründerkreis des Bund Freiheit der Wissenschaft: gemeinsam mit Hans Maier und Hermann Lübbe hatte er den Gründungsaufruf formuliert. Wegen seiner wissenschaftlichen Analyse des Nationalsozialismus wird Löwenthal als ein führender Theoretiker der Sozialdemokratie geschätzt. Außerdem war Löwenthal lange Zeit Berater der SPD-Parteiführung, insbesondere in Fragen der Beziehung zwischen Sozialdemokratie und Kommunismus. Dabei kam es zu einem kritischen Dialog mit Willy Brandt, den Löwenthal in außenpolitischen Fragen beriet.

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