Kirchliche Buchbestände als Quelle der Kulturgeschichte PDF

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Seit jeher gilt die Kirche als Hort der Bildung. Voraussetzung dafür sind Bibliotheken auf der Höhe des Wissens ihrer Zeit. Zahlreich sind die Buch-Hinterlassenschaften von Domkirchen, Klöstern, Dekanaten, Pfarreien oder einzelnen Kirchenvertretern. Vieles davon ist durch die Säkularisation an den Staat oder in private Hand übergegangen, vieles auch vernichtet worden. Dabei wird gerne übersehen, dass sich immer noch bedeutende Bibliotheken in kirchlicher Obhut befinden.
Dieser Band fragt nach den kirchlichen Bibliotheken, nach Entwicklungen, Funktionen, Inhalten und Nutzungen. Anhand von Beispielen sollen unterschiedliche Typen mit ihren charakteristischen Merkmalen vorgestellt und ihre kulturgeschichtliche Bedeutung verdeutlicht werden. Auf diese Weise soll auch das Bewusstsein dafür geschärft werden, dass durch die Zerstörung von gewachsenen Büchersammlungen – etwa infolge der vermehrten Auflösung kirchlicher Einrichtungen – Informationen unwiederbringlich verloren gehen.

Die Folgen des Verlusts großer Teile der antiken Literatur waren beträchtlich. Erst mit der Erfindung des Buchdrucks im 15. Jahrhundert wurden die erhaltenen antiken Texte allmählich wieder für einen größeren Leserkreis zugänglich. Viele Errungenschaften der Neuzeit wurden durch diese Schriften direkt oder indirekt mit angeregt. Bestandszahlen wie in der Antike erreichten neuzeitliche Bibliotheken wohl erst wieder im 19.

Durch die Überlieferung in Bibliotheken, also vor den Papyrusfunden ab 1900, waren von der griechischen Literatur vor dem Jahr 500 etwa 2000 Autorennamen bekannt, aber nur von 253 Autoren waren zumindest Teile ihrer Schriften erhalten. Für die römische Literatur waren es 772 Autorennamen, bei denen von 144 Autoren Schriften erhalten sind. Eine Abschätzung des antiken Bestandes an Titeln und Büchern ist nur indirekt über die Bibliotheksgeschichte möglich. Die bekannteste Bibliothek der Antike, die Bibliothek von Alexandria, wuchs von 235 v.

000 Rollen, größtenteils in griechischer Sprache. Den erheblichen Bruch in der Überlieferungsgeschichte zeigt diese Statistik der Bibliotheksbestände, soweit bekannt oder hochgerechnet, von der Antike bis zur Neuzeit. Demnach erreichten europäische Bibliotheken erst im 19. Jahrhundert wieder vergleichbar große Bestandszahlen wie die Bibliotheken der Antike. Der Umfang des lateinischen Schrifttums lässt sich nicht genau bestimmen, könnte aber eine vergleichbare Größenordnung erreicht haben. Da eher triviale Werke aus den Provinzen wahrscheinlich keinen Eingang in die großen Bibliotheken fanden, könnte der Gesamtbestand antiker Titel die Millionengrenze auch sehr deutlich überschritten haben.

Die Größenordnung dürfte bei etwa 3000 liegen, 1000 davon in Latein. Der größte Teil davon liegt nur in Bruchstücken vor. In der Antike gab es eine große Zahl an Bibliotheken. Stadtbibliotheken und private Bibliotheken mit 20. Bei Caesars Besuch in Alexandria verbrannte wahrscheinlich nicht die große Bibliothek, sondern vielleicht nur ein Lagerhaus am Hafen mit 40. Bestandszahlen der großen Bibliotheken Roms sind keine Angaben überliefert.

Der gute Zustand zeigt, dass Bücher aus der Zeit vor 300 sich bis heute hätten erhalten können. Die Schriften einiger antiker Autoren dürften bereits vor der Spätantike zerstört worden sein, wie das Beispiel des Titus Labienus zeigt, dessen Schriften auf Befehl des Augustus wegen Majestätsbeleidigung verbrannt worden sind. Verrottungsthese verbreitet, der zufolge um 400 eine Umschreibung von Papyrusrollen auf Pergamentcodices stattgefunden habe. In der christlich dominierten Zeit oder sogar schon früher habe die Gesellschaft dann das Interesse an den nichtchristlichen Rollen verloren. Auch ist der Forschungsliteratur oft nicht zu entnehmen, wie groß der Verlust überhaupt war. Angaben zur Größe der Bibliotheken des Cassiodor und des Isidor von Sevilla. Papyrologen bezweifeln die Vermutung einer geringeren Haltbarkeit von Papyrus.

Die Haltbarkeit beider Materialien unter Normalbedingungen unterliegt keinem Zweifel. Neuere Studien gehen daher von einer langen Haltbarkeit des Papyrus aus. Um 200 konnte man in einer Bibliothek in Rom eine 300 Jahre alte Papyrusrolle aus der Gründungszeit römischer Bibliotheken lesen. Das Material hätte sicherlich über 400 Jahre aushalten müssen. 7 Papyrus-Codices, die in Bibliotheken aus der Zeit zwischen 433 und 600 bis heute zumindest in Teilen überlebten. 1507, um 550, liegt in Wien und hat noch 103 Seiten.

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