Kirche, Magie und ›Aberglaube‹ PDF

Noch heute gelten schwarze Katzen und Hunde in Tierheimen als schwer vermittelbar, da ihnen etwa eine höhere Aggressivität unterstellt wird. Im wissenschaftlichen Sprachgebrauch wurde der Begriff weitgehend durch die über die kirchliche Begrifflichkeit hinausgehende Bezeichnung Volksglaube abgelöst. Der Begriff Aberglaube ist seit dem 12. Die Bekehrung der Heiden war in Europa zwar abgeschlossen, doch die lokalen Volksglauben lebten in gewissen Grenzen weiter: Zauber, Kirche, Magie und ›Aberglaube‹ PDF, Böser Blick, heilige Bäume und heilige Haine sollten die Christen nicht vom wahren Glauben abbringen.


Författare: Patrick Hersperger.
Magische und "abergläubische" Vorstellungen und Praktiken der Menschen im Mittelalter haben immer wieder die Aufmerksamkeit verschiedener Disziplinen auf sich gezogen. Der kirchenrechtliche Diskurs über superstitio wurde bislang jedoch nur unzureichend aufgearbeitet. Die vorliegende Publikation schliesst diese Lücke, indem sie Texte der klassischen Kanonistik vom Decretum Gratiani (um 1140) bis zum Liber Extra (1234) ins Zentrum einer detailreichen Analyse rückt. Neben gedruckten werden insbesondere ungedruckte Quellen in ihren Entstehungskontext gestellt und thematisch ausgewertet. Schwerpunkte bilden dabei Dämonenvor­stellungen, die Wahrsagepraktik des Losens, der Glaube an Amulette sowie die Anwendung von "Schadenzauber" in geschlecht­lichen Beziehungen. So wird deutlich, wie zunehmend römischrechtliche Konzepte in die von Augustinus († 430) geprägte Superstitionenkritik der Kirche eingeflossen sind. Damit öffnet sich der Blick auf die Verflechtung von Religion und Recht in der Kultur des lateinischen Mittelalters.

In der Regel wurde damit aber eine übertriebene Ängstlichkeit und Bedenklichkeit in Bezug auf religiöse Dinge verstanden. Er legte die theoretischen Grundlagen der mittelalterlichen Lehre über die Geschichte des Aberglaubens. Im Zeitalter der Aufklärung trat ein grundlegender Wandel ein: An die Stelle der Frage nach dem rechten Glauben trat das Bemühen, den Geltungsbereich vernunftgemäßen Urteilens und naturwissenschaftlicher Prinzipien zu bestimmen. Aberglaube galt als Abweichung der Vernunft und war in erster Linie ein historisches und soziales Bildungsproblem. Handlungen oder Äußerungen zu bannen oder Glück herbeizuführen. Aberglaube entsteht auch durch die falsche Verknüpfung von Ursache und Wirkung.

Der Psychologe und Parapsychologe Hans Bender forderte eine kritisch-wissenschaftliche Untersuchung des Aberglaubens, da er dahinter ein bisher unerforschtes kollektives Wissen unterschiedlicher Kulturen im Sinne der von ihm postulierten Gleichförmigkeit des Okkulten vermutete. Ditte Bandini, Giovanni Bandini: Kleines Lexikon des Aberglaubens Area, Erftstadt 2006, ISBN 978-3-89996-853-8. Gelehrte Verhandlung der Materie von den Erscheinungen der Geister, und der Vampire in Ungarn und Mähren. Edition Roter Drache, Rudolstadt 2007, ISBN 978-3-939459-03-3.

In: Quellen und Forschungen zur brandenburgischen und preußischen Geschichte, Band 22. Der ganz normale Aberglaube im Alltag. Untersuchungen zur kirchlich-theologischen Aberglaubensliteratur des Mittelalters. Reclams Universal-Bibliothek 18620, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-15-018620-6. Superstitio in der Kanonistik des 12. In: Forschungen zur kirchlichen Rechtsgeschichte und zum Kirchenrecht, Band 31.

Alfred Lehmann: Aberglaube und Zauberei von den ältesten Zeiten an bis in die Gegenwart. Auflage übersetzt und ergänzt von Dominikus Petersen I. Sagenrezeption in Roman, Erzählung und Gebrauchsliteratur zwischen 1840 und 1855. Heinrich Bruno Schindler: Der Aberglaube des Mittelalters. Bernhard Dietrich Haage: Dichter, Drogen und Hexen im Hoch- und Spätmittelalter.

In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen 4, 1986, S. Eine wissenschaftliche Darlegung der sittlichen, einschließlich der rechtlichen Ordnung. Herder, Freiburg im Breisgau 1911, S. Walter de Gruyter, Berlin 2003, ISBN 3-11-016965-7, S. Rüdiger Hauth: Taschenhandbuch Esoterik: Von Bachblüten bis Yoga: Ein kritischer Leitfaden, S.

Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. Dieter Harmening: Superstitio: Überlieferungs- und theoriegeschichtliche Untersuchungen zur kirchlich-theologischen Aberglaubensliteratur des Mittelalters. Erich Schmidt Verlag, 1979, ISBN 3-503-01291-5, S. Plutarch von Chaironeia: Über den Aberglauben.

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