Jahrbücher des Deutschen Reichs unter Heinrich (VII.). PDF

Dies ist ein als exzellent ausgezeichneter Artikel. Dieser Artikel jahrbücher des Deutschen Reichs unter Heinrich (VII.). PDF auch als Audioversion. Am Jahrestag seines Herrschaftsantritts, dem 5.


Författare: Peter Thorau.
Mit dem vorliegenden Band wird in den vor knapp 200 Jahren begründeten Jahrbüchern der Deutschen Geschichte nach einer längeren Ruhepause wieder ein neues Werk vorgelegt. Als einer der Gründungs- und Ziehväter dieses Projektes steht Leopold von Ranke, "der grosse Lehrer Geschichte zu sehen" (Dilthey), dessen opus magnum ebenfalls bei Duncker & Humblot erschienen ist.
Ein Wesensmerkmal der Jahrbücher – seit 1859 unter der Ägide der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, München, herausgegeben und von Duncker & Humblot verlegt – ist die "eingehende Betrachtung kleinerer Zeiträume (…), des Werdens der Dinge, der geschichtlichen Persönlichkeiten." Mit der Weiterschreibung dieser Reihe, die aufgrund von Neudrucken ausgewählter Titel in den 60er und 70er Jahren bereits wieder in Erscheinung getreten ist, erhoffen sich die Herausgeber eine Befruchtung der historischen Diskussion.
Gerade neunjährig wurde Heinrich (VII.) 1220 auf Wunsch seines Vaters Friedrich II. von den deutschen Fürsten zum König gewählt. Für das Verständnis seiner Regierungszeit (1220-1235) ist von ausschlaggebender Bedeutung, daß sie in zwei sehr unterschiedliche Perioden zerfällt; nämlich in die seiner eigenständigen Regierung (ab 1228) und in die, in der er als Minderjähriger – und noch etwas darüber hinaus – in Abhängigkeit von Erziehern und fürstlichen "Regenten" gehalten wurde, zunächst in der Erzbischof Engelberts von Köln und dann Herzog Ludwigs von Bayern.
Unter der Prämisse des vorgeblich selbstverantwortlich handelnden Königs und unter Verkennung aller übrigen Intentionen, führte die Nichtbeachtung dieses Unterschieds sowohl zu einer Fehleinschätzung seiner Person als auch der Geschichte des Reichs in den zwanziger Jahren des 13. Jahrhunderts. König Heinrich (VII.) stand in diesen Jahren dem regnum Theutonicum nur als der notwendige und ob seiner Minderjährigkeit den Fürsten genehme Legitimationsspender und -beschaffer vor.
Ebenso nachteilig für eine Beurteilung der Rolle, die Heinrich (VII.) während dieser Zeit als König spielte, hat sich ausgewirkt, daß die bisherige Forschung einem wesentlichen Umstand viel zu geringe Beachtung schenkte: nämlich, daß die Politik und die Ereignisse sich zum großen Teil in Bahnen bewegten, die Friedrich II. vor seiner Abreise nach Italien vorgezeichnet hatte und in gewissem Umfang von dort aus in dem von ihm interpretierten Interesse des Gesamtimperiums weiterverfolgte. Auch die Aachener Königsweihe Heinrichs (VII.) im Jahre 1222 änderte nichts daran, daß der königliche Rat, das sog. consilium regis, zu einer Selbstbedienungseinrichtung für fürstliche Territorialherren zu entarten drohte.
Als Heinrich (VII.) Ende 1228 den Bayernherzog von sich wies und die Regierung selbst in die Hand nahm, versuchte er eine acht Jahre dauernde fürstliche Oligarchie zu beenden. Gleichzeitig endete für das hochmittelalterliche deutsche Königtum eine materiell und ideell nachteilige Zeitspanne, die in dem hier vorgelegten 1. Teilband der Jahrbücher König Heinrichs (VII.) erstmals Gegenstand einer eingehenden Untersuchung ist.

Juni 1040, wird König Heinrich anlässlich der Weihe der Klosterkirche in Stablo von seinem Gefolge und zwei Äbten geleitet. Bereits in jungen Jahren wurde Heinrich von seinem Vater Konrad II. 1028 zum Mitkönig erhoben und mit den Herzogtümern Bayern und Schwaben ausgestattet. Heinrich wurde wohl eher 1016 und nicht 1017 als Sohn Giselas von Schwaben und Konrads des Älteren, des späteren Kaisers Konrad II. Vertreters der ottonischen Dynastie, konnte sich Konrad 1024 in einem längeren Entscheidungsprozess der Großen in Kamba als Herrscher durchsetzen.

Am Hof des Augsburger Bischofs Brun erhielt Heinrich eine gute Bildung. Person, um dem Thronfolger herrscherliche Traditionen und imperiales Gedankengut zu vermitteln. Die Übertragung der Königswürde folgte auf einem Hoftag in Aachen zum Osterfest 1028. Die von Konrad beabsichtigte feste Verankerung von Königsherrschaft und Kaisertum in seinem Haus ging noch weiter.

Im Frühjahr 1028 ging eine Gesandtschaft an den Kaiserhof in Byzanz. In Anlehnung an ottonische Tradition suchte Konrad zunächst nach einer byzantinischen Kaisertochter für Heinrich. Im Jahr 1027 traf Konrad mit dem kinderlosen König Rudolf von Burgund in der Nähe von Basel zusammen, um mit ihm die Übertragung des Königreichs Burgund nach Rudolfs Tod zu regeln. Möglicherweise wurde auch bestimmt, dass Heinrich im Falle des vorzeitigen Todes seines Vaters in den Vertrag eintreten sollte. Obgleich Heinrich rechtmäßig König war, musste er sich mit der Praxis der Herrschaftsführung im Lauf der Zeit erst vertraut machen. Als erste selbstständige Handlung ist ein Friedensschluss mit den Ungarn aus dem Jahr 1031 überliefert. Dieser war die Konsequenz eines im Vorjahr gescheiterten Vorstoßes Konrads II.

Auch gegen den Willen des Vaters konnte er eine eigenständige Position behaupten. Als Konrad 1035 versuchte, Herzog Adalbero von Kärnten zu stürzen, verweigerte ihm Heinrich die Unterstützung. Erst als sich Konrad seinem Sohn unter Tränen zu Füßen geworfen und inständig darum gefleht hatte, dem Reich keine Schande zu bereiten, gab Heinrich seinen Widerstand auf. Als Konrad 1039 in Utrecht starb, bedeutete dies für Königtum und Reich keinerlei Gefahr. Der Machtübergang war der einzige ungefährdete Thronwechsel in der ottonisch-salischen Geschichte. Der Regierungswechsel vollzog sich ohne Schwierigkeiten. Lediglich von Gozelo von Lothringen wird berichtet, dass er zunächst überlegt habe, die Huldigung zu verweigern.

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