Gott, das Gute und der Mensch PDF

Die Frage nach dem Verhältnis von evangelisch und katholischem Glauben ist – wie schon Shrek von sich selbst sagte – wie eine Zwiebel: Sehr vielschichtig. Ordination bleibt uns vorläufig versagt – gar nicht erst zu reden gott, das Gute und der Mensch PDF den unterschiedlichen Tradition an Ostern oder in der Fastenzeit, an Marienfesten, bei Schulentlassungen oder Segensfeiern.


Författare: Peter Schallenberg.
Wenn Gott die Liebe ist und der Mensch sein Ebenbild, dann ist es die lebenslange Aufgabe des Menschen, solche göttliche Liebe, das absolut Gute, im eigenen menschlichen Leben zur Entfaltung zu bringen. Was genau aber ist das Gute und wie ist es umsetzbar? Dazu will diese kleine katholische Moraltheologie Hilfe geben.

Eine weitere Schicht ist die Geschichte der beiden Konfessionen, die oftmals viel Leid mit sich brachte – von beiden Seiten gleichermaßen verschuldet. Es klingt immer noch nach, was sich die Konfessionen über Jahrhunderte physisch angetan haben – in den großen Religionskriegen genauso wie in den kleinen Streitigkeiten auf dem Schulhof zwischen evangelischen und katholischen Schülern. Eine dritte Schicht ist die persönliche Gefühlslage. Viele Christen beider Konfessionen fühlen sich gar nicht getrennt: Im Grunde glauben sie das Gleiche, haben die gleichen Werte und Lebensauffassungen. Sie fragen, warum denn immer noch so ein Trara gemacht wird – glauben wir denn nicht alle gleich?

Noch mehr Schichten können beschrieben und von einander unterschieden werden. Ganz unten, als Grund aller Schichten, liegt eine theologische Auseinandersetzung, ausgehend von einer unterschiedlichen Grundeinstellung – aber diese Schicht bleibt meist verborgen und ist kaum bekannt. Differenz der beiden Konfessionen selten ein Thema. Die Unterscheidung zwischen katholischem und evangelischem Glauben spielt auch noch in weitern Katechesen eine wichtige Rolle. Sorry: Diesmal gibt es keinen historischen Einstieg ins Thema.

Eigentlich sollte sich diese Katechese, wie sich das gehört, zunächst mit den historischen Entwicklungen befassen. Sogar Physik-Bücher beginnen meist weit in der Vergangenheit mit den physikalischen Entdeckungen in der Antike, um die Gegenwart besser zu verstehen. Obwohl dahinter auch ein kluger Gedanke steht, möchte ich es genau umgekehrt machen. Denn das, was Luther damals bewegte, war vor allem eine theologische Kehrtwende – eine veränderte theologische Option.

Erst daraus entwickelte sich sein geschichtliches Handeln. Gerade das aber kennt jeder, es versteht aber nur, wer seine Theologie kennt. Wollte er nun eine neue Kirche – oder nur die alte erneuern? Ging es ihn um die Abschaffung der Missstände oder um eine Abschaffung des Papstes?

Beginnen wir also nicht mit einem historischen Einstieg ins Thema, sondern schauen auf die Theologie – um dann die Geschichte zu verstehen. Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein. Die protestantische Kirche weist diesen Anspruch empört zurück: Kann Gott daran gebunden sein, was Menschen tun? Nur einer, Jesus Christus, und kein weiterer Mensch. Damit es keine Missverständnisse gibt: Selbstverständlich kennt die protestantische Theologie Fälle, in denen Gott Menschen zu seinen Mitarbeitern erwählt und sie in seinen Heilsplan einbaut. Es gibt Propheten, Evangelisten, Apostel und aufrichtige Christen, die Gottes Willen tun und in seinem Namen handeln. Luther hat diese Frage klar beantwortet: In Bezug auf sein Heil kann der Mensch nichts wirken – in Bezug auf sein Heil ist der Mensch unfrei und unfähig zur Mitwirkung.

Aus dieser Vorentscheidung: „Der Mensch ist zur Mit-Erlösung nicht in der Lage“ und der Folgerung: „Gott würde sein Wirken niemals an menschliche Institutionen oder Ämter binden“ folgen Zug um Zug die großen und kleinen Differenzen der Konfessionen. Erst aus dieser grundlegenden theologischen Differenz ergeben sich die uns bekannten, weil augenfälligen Unterschiede. Fangen wir beim „protestantischsten“ Punkt an: Dem Ablass. Wie in der „Ablass-Katechese“ beschrieben, geht es beim Ablassgedanken darum, dass der Mensch – erst nach der Sündenvergebung und der Buße – auch noch eine Strafe zu verrichten hat, die durch den Ablass abgegolten werden kann. Der Ablass selbst war ihm ein Dorn im Auge – denn dort wirkt der Mensch offenbar an seinem Heil mit. Mitwirkung, die auf den Verdiensten der Kirche und der Heiligen beruht.

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