GEO Epoche / GEO Epoche 69/2014 – Kapitalismus PDF

Der Ausdruck Narzissmus steht alltagspsychologisch und umgangssprachlich im weitesten Sinne für die Selbstverliebtheit und GEO Epoche / GEO Epoche 69/2014 – Kapitalismus PDF eines Menschen, der sich für wichtiger und wertvoller einschätzt, als urteilende Beobachter ihn einschätzen. Der Begriff steht in Verbindung mit einer Vielzahl sehr unterschiedlicher psychologischer, sozialwissenschaftlicher, kulturwissenschaftlicher und philosophischer Konzepte.


Författare: Cay Rademacher.
GEO EPOCHE „Kapitalismus“: Im September 2008 kollabiert die US-Investmentbank Lehman Brothers. Weltweit folgen weitere Geld-institute. Eine Finanzkrise kaum gekannten Ausmaßes reißt bald darauf die Volkswirtschaften vieler Staaten in die Tiefe. Die Katastrophe und ihre Entstehung entblößen ein System, das die moderne Welt geprägt hat wie kein Zweites. Das vom unbändigen Streben nach Profit lebt, von der Idee, dass aus Geld mehr Geld werden soll, aus Vermögen mehr Vermögen. Und das auf diese Weise – im Guten wie im Schlechten, im Schöpferischen wie im Zerstörerischen – eine Dynamik und eine Wucht erzeugt, die ohne Gleichen sind: der Kapitalismus.

Die Einzelheiten ergeben sich aus dem jeweils zugrundeliegenden theoretischen Konzept. Dieser Artikel behandelt Narzissmus im Sinne einer notwendigen Entwicklungsstufe und als normales allgegenwärtiges Phänomen. Sprachgebrauch der kritisch-polemischen Kennzeichnung einer Person, die sich den Ansprüchen der Gemeinschaft auf spezifische Weise zugunsten eines überhöhten Ich-Anspruchs entzieht. Umgebung mögen Narzissten unter Umständen destruktive Einflüsse ausüben. Dichter und Philosoph Samuel Taylor Coleridge, der es 1822 in einem Brief verwendete.

Die Psychoanalyse hat sich maßgeblich des Begriffs bemächtigt. Obwohl Narziss schon früh neben Ödipus als zweite zentrale Ikone der Theoriebildung durch Freud eingeführt wurde, ist die psychoanalytische Narzissmustheorie, zumal in ihrer postfreudianischen Entwicklung bis in die Gegenwart, nicht einheitlich. Hinter dem psychoanalytischen Narzissmusbegriff verbergen sich zahlreiche umstrittene Konzepte und Behandlungsansätze. Sigmund Freud benutzte den Terminus seit 1909 und arbeitete ihn in seine Libidotheorie ein. Freud einen Narzissmus, der sich erst in späteren Lebensphasen ereignet, nachdem der Mensch die Fusion von Subjekt und Objekt bereits überwunden hat. Beim sekundären Narzissmus zieht der Mensch seine sexuelle Energie von äußeren Objekten wieder ab und richtet die Libido erneut auf sich selbst. Psychoanalytiker Willy Baranger aufgewiesen hat, hat Freud seinen Narzissmusbegriff vielfach revidiert und modifiziert, ohne ihn von Unschärfen und inneren Widersprüchen vollständig befreien zu können.

Unscharf blieb Freud insbesondere hinsichtlich der Frage, ob Narzissmus nun ein Durchgangsstadium der ganz normalen menschlichen Entwicklung oder doch eine Perversion sei. Einer der Ausgangspunkte der Entzweiung von Freud und seinem Schüler C. Jung war die Kritik, die letzterer an Freuds 1911 erschienener Fallstudie über Daniel Paul Schreber übte. Jung war davon überzeugt, dass Freuds Libidotheorie auf diesen Fall nicht anwendbar sei, und erklärte die Theorie für gescheitert. Jung-Schüler Erich Neumann nahm für die analytische Psychologie 1955 am freudschen Begriff des primären Narzissmus erhebliche Korrekturen vor.

Der Begriff der Macht ist nur sinnvoll, wenn schon ein Ich vorhanden ist, dessen Libidoladung als Willen stark genug ist, um Macht zu wollen, auszuüben und sich eines Objekts zu bemächtigen. Für die Subjekt- und objektfreie Phase der uroborischen Vor-Ich-Zeit gilt all dies nicht. Eine Schlüsselfigur in der postfreudianischen Theoriebildung war Sándor Ferenczi. Ferenczi verstand den primären Narzissmus nicht als Stadium, das überwunden werden muss, um zum Objekt zu gelangen. Während die freudsche Libidotheorie eine Theorie innerpsychischer Konflikte war, lokalisierte Ferenczi den zentralen Konflikt außerhalb der Person, im Spannungsfeld zwischen dem Ich und einer Umwelt, die die narzisstische Ruhe und das regressive Streben des Ich störe und behindere.

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