Die Zukunft verfeuert? PDF

Pack den Tiger in den Tank“, ertönte einst die Zukunft verfeuert? PDF Werbebotschaft eines großen Mineralölkonzerns. Botschaft kann fast wörtlich genommen werden.


Författare: Stephanie Raute.
Die Menschheit hat Wissenschaft und Technik hoch entwickelt – doch ihren Frieden mit der Welt hat sie nicht gefunden. Und der Preis dafür ist hoch: In kaum 200 Jahren wurden die fossilen Energiereserven aus Jahrmilliarden für den rasanten Fortschritt verfeuert. Klimakrise, Ozonloch und Artensterben sind die dramatischen Folgen. Im 16. Jahrhundert hatte der englische Lordkanzler und Philosoph Francis Bacon mit seinem Werk den Weg in die Moderne gewiesen. Womöglich wies er in eine Sackgasse. Endet in diesen Jahren das baconsche Zeitalter – oder benötigt die Menschheit nur neue Impulse und neue Technologien, um der ökologischen Krise zu entkommen? Der Hamburger Philosoph Lothar Schäfer gibt in seinem Werk „Das Bacon-Projekt“ vor allem der Verfeuerungs-Technologie die Schuld am gegenwärtigen Dilemma. Stephanie Raute hinterfragt Schäfers Prämissen und Ergebnisse kritisch, lässt aber auch andere Protagonisten einer fortschrittlichen Umweltethik wie Hans Jonas, Klaus Michael Meyer-Abich und Robert Spaemann zu Wort kommen. Ihre These: Jede Technik birgt Risiken. Jedes Risiko birgt Chancen zu neuem Denken.

Aus Pflanzen gewonnene Treibstoffe werden als Agrartreibstoffe bezeichnet. Die häufig verwendeten Begriffe Biokraftstoffe, Biotreibstoffe oder Biosprit sind irreführend, weil Agrartreibstoffe mit „bio“ nichts gemein haben. Oder es wird in Blockheizkraftwerken zur Stromerzeugung verfeuert und ersetzt dort heimischen Raps. Für den Anbau der Ölpalmen werden in Südost-Asien wertvolle Regenwälder verbrannt. Palmöl auf dem Weltmarkt In den Jahren seit 2001 stieg der Weltmarktpreis für Palmöl beständig an. Seit die EU-Umweltminister Anfang März 2007 beschlossen haben, den Anteil der Agrarkraftstoffe in Benzin und Diesel bis zum Jahr 2020 auf zehn Prozent zu erhöhen, scheint der Weltmarktpreis für Palmöl an den Weltmarktpreis von Erdöl gekoppelt zu sein, wie die Kurven in der Abbildung unten zeigen. Kolumbien Kolumbien ist der neue Stern am Palmölhimmel.

Indonesien, Malaysia und Thailand bereits auf Rang vier der größten Palmölproduzenten. Kolumbien will zu einem der größten Produzenten von Agrartreibstoffen aufsteigen, hinter den USA und Brasilien. Die kolumbianische Drogenmafia ist in den Handel mit Palmöl eingebunden und kann so Drogengeld auf den internationalen Märkten waschen. Die Drogenbarone investieren das Geld aus dem Kokainhandel in Ölpalmenplantagen und verkaufen das gewonnene Palmöl auf den Weltmärkten. So wird aus illegalem Geld, legales Geld.

In der Richtlinie ist geregelt, wie die Freisetzung von Treibhausgasen im Transportwesen reduziert werden kann. Dadurch soll die Erwärmung der Atmosphäre gebremst werden. Richtlinien der EU Richtlinien der Europäischen Union müssen von den Mitgliedstaaten innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums in nationales Recht umgesetzt werden. In Deutschland geschah dies mit Zustimmung von Bundestag und Bundesrat, weswegen die EU-Krafstoffqualitätsrichtlinie seit 04. So soll weniger Kohlendioxid in die Atmosphäre freigesetzt werden. Der Ansatz der Bundesregierung ist sehr umstritten, denn erstens wird durch die Beimischung von Ethanol möglicherweise gar nicht weniger Kohlendioxid freigesetzt, und zweitens werden große Flächen benötigt, auf denen Ethanol-Pflanzen wie zum Beispiel Zuckerrohr, Raps, Soja, Weizen oder Ölpalmen in entsprechender Menge angebaut werden können. Kraftstoffen eingespart werden, oder wenn für die Erzeugung der Agrartreibstoffe keine tropischen Regenwälder gerodet werden mussten.

Zuckerrohr-Plantage: Eine Zuckerrohr-Plantage wo einst die besonders artenreichen Regenwälder der Mata Atlantica an der Atlantikküste Brasiliens wuchsen. Die Verteuerung fossiler Energieträger und der Wille der Industrienationen, den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern, führen dazu, dass die Nachfrage nach „billigen und klimaneutralen“ Energieträgern steigt. In den USA werden Agrartreibstoffe hauptsächlich aus Mais und Weizen destilliert, in Indonesien aus Ölpalmen als Palmöl und in Brasilien aus Zuckerrohr als Ethanol. Ethanol ist ein Benzin-Ersatz, der herkömmlichem Benzin aus fossilen Quellen um bis zu 20 Prozent beigemischt werden kann. Größere Mengen würden die Motoren schädigen.

Allerdings ist Ethanol nicht so ergiebig wie Benzin: Für die gleiche Ausbeute wird etwa ein Drittel mehr benötigt. Brasilien das Eldorado der alternativen Treibstoffe und will bis 2030 der größte Treibstofflieferant der Welt sein. Ethanol aus Zuckerrohr und Agrardiesel sind die neuen Exportschlager Brasiliens, das mit den USA zu den größten Produzenten von Ethanol gehört. Im Jahr 2014 betrug die brasilianische Jahresproduktion 24 Milliarden Liter und soll bis 2016 auf 28 Milliarden Liter gesteigert werden. Ethanol kann in Brasilien billig wie nirgendwo sonst hergestellt werden.

Die Produktionskosten liegen bei 16 Cent pro Liter Ethanol aus Zuckerrohr, bei US-amerikanischem Mais sind es 26 Cent pro Liter Ethanol. Am teuersten ist die europäische Zuckerrübe mit 45 Cent pro Liter. In den zwölf Jahren von 2002 bis 2014 hat sich die Anbaufläche für Zuckerrohr in Brasilien von 51. Das brasilianische Zuckerrohr wird hauptsächlich im Südwesten im Bundesstaat Sao Paulo aber auch im Nordosten des Landes angebaut. Zuckerrohr ist anspruchslos und benötigt wenig Pflanzenschutzmittel und Dünger. Aus der Ernte eines Hektars Zuckerrohrs lassen sich 7. Anbaufläche für Zuckerrohr in Brasilien von 1961 bis 2012: Anbaufläche von Zuckerrohr in Brasilien in Quadratkilometern von 1961 bis 2014.

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