Die Zukunft der Arbeitenden Klassen und die Vereine für Ihr Wohl PDF

Herbergers Eltern, Josef und Lina Herberger, stammten aus einer ländlichen Gegend auf halber Strecke zwischen Karlsruhe und Mannheim. Sprössling einer Wiesentaler Bauernfamilie, musste sich als Tagelöhner verdingen, weil es für einen eigenen Hof nicht gereicht hatte. Letztes erhaltenes der ehemals 19 Gebäude der Spiegelkolonie, in der Die Zukunft der Arbeitenden Klassen und die Vereine für Ihr Wohl PDF Herberger aufwuchs.


Författare: Wilhelm Adolf Schmidt.

Herbergers Vater fand in der Spiegelmanufaktur des französischen Glasfabrikanten Saint Gobain eine Anstellung als Arbeiter. Geschwister hatten inzwischen eigene Familien gegründet. Zeit, in der er mit seiner Mutter am Rand des Existenzminimums gelebt haben muss, hat sich Herberger später nie geäußert. Aus Berichten von Zeitzeugen geht aber hervor, dass Lina Herberger zu den ärmsten Personen auf dem Waldhof gehörte. Die ersten Kontakte Sepp Herbergers mit dem Fußball fanden fernab des Exerzierplatzes statt, auf dem die ersten, in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts entstandenen Mannheimer Fußballvereine sonntäglich ihre Spiele austrugen.

Tore wurden mit Kreide auf die Wände gezeichnet. Nach nur wenigen Spielen in der dritten und zweiten Mannschaft durfte der erst 16-jährige am Neujahrstag 1914 erstmals für die erste Mannschaft des SV Waldhof auflaufen. Der sportliche Aufstieg des SV Waldhof, der sich kurz vor Kriegsbeginn angedeutet hatte, hielt nach Wiederaufnahme des Spielbetriebs 1919 an. Die Mannschaft, der Herberger nun als Stammspieler angehörte, qualifizierte sich problemlos für die neue höchste lokale Spielklasse im Odenwaldkreis. 20 lagen Waldhof und der VfR gleichauf. Sepp Herberger war durch seine Leistungen in den Nachkriegsjahren auch für andere Vereine, und insbesondere für die Mannheimer Lokalrivalen VfR und FC Phönix, die der SV Waldhof in den vergangenen beiden Spielzeiten hinter sich gelassen hatte, zu einem begehrten Spieler geworden. Der Auslöser für den Wechsel der Waldhöfer Herberger und Höger zu Phönix war ein Handgeld von jeweils 10.

Summe entsprach damals dem Dreifachen des Jahresgehalts eines Facharbeiters. Herberger hatte das Geld aber bereits nach einer Woche zurückgegeben, auch, weil die Phönix-Verantwortlichen frühere Zusagen in Bezug auf eine Trainerausbildung nicht eingehalten hatten. Bei Phönix reagierte man verärgert über Herbergers Entscheidung und zeigte ihn und sich selbst wegen Verstoßes gegen die Amateurstatuten an. Herberger wurde daraufhin vom Verband lebenslang gesperrt.

This entry was posted in Sachbücher. Bookmark the permalink.