Die Stauden und ihre Lebensbereiche PDF

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Hecken, insbesondere Wallhecken, verdanken die Stauden und ihre Lebensbereiche PDF Existenz oft früherer bäuerlicher Tätigkeit.


Författare: Richard Hansen.
Dieses Buch von Richard Hansen und Friedrich Stahl ist ein Standardwerk in der Staudenverwendung und genießt in der Fachwelt hohes Ansehen. Die Einteilung der Stauden in die Lebensbereiche Gehölze, Gehölzränder, Freiflächen, Steinanlagen, Beete, Wasserränder, sumpfige Bereiche und Wasser, ist heute noch eine wichtige Grundlage in Lehre und Praxis. Das Anliegen der Autoren – möglichst naturnahe Pflanzungen mit einem geringen Pflegeaufwand – hat nichts an seiner Aktualität eingebüßt. In einer ausführlichen Einleitung bewertet Swantje Duthweiler das Werk unter dem heutigen Kenntnisstand und schlägt die Brücke zur Gegenwart der Staudenverwendung.

Im Mittelalter wurden Hecken beispielsweise als Umzäunung des Ackerlands innerhalb der Dreifelderwirtschaft genutzt. Die typische Kastenform der barocken Gartenhecken erinnert an die Form bäuerlichen Wirtschaftens. Auch die Begriffe Laube und Laubengang entspringen der Bewirtschaftung der Blätter liefernden Hecken und Bäume. Diese Bewirtschaftungsweise lässt sich bis an den Übergang von der Jäger- und Sammlerkultur zur Landwirtschaft verfolgen. In manchen Gegenden, vorwiegend im Westen Deutschlands, werden daher im Volksmund teilweise auch Niederwälder als Hecken bezeichnet.

Zum Ende des Hochmittelalters und in der Neuzeit hatten Hecken wahrscheinlich ihre längste Ausdehnung. Die Markenteilung in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts brachte weite Teile des Agrarlandes in Privatbesitz. Um ihre Funktionen dauerhaft ausfüllen zu können, bedürfen sie heute regelmäßiger Pflege, da typische Nutzungen wie das Schneiteln und Loh- und Brennholzgewinnung ausbleibt. Das Schnittholz diente als Brennholz und war während Holzmangelzeiten sehr begehrt. Die Niederhecke hat auch eine sehr lange Tradition als Gestaltungselement in Gärten. In Einfamilienhaussiedlungen übernimmt diese Form die Funktion des Zaunes.

Hecken können auch als Grundgerüst eine Rankhilfe, Rankgitter oder Zaun haben, z. Naturnahe Hecken werden aufgrund ihrer Struktur in drei verschiedene Heckentypen differenziert: Niederhecken, Hochhecken und Baumhecken. Niederhecken setzen sich vorwiegend aus niedrigen Sträuchern zusammen, die etwa eine Höhe von zwei bis drei Metern erreichen. Hochhecken bestehen aus im Zentrum stehenden, bis fünf Meter hohen Büschen, die beiderseits von niedrigen Sträuchern eingerahmt werden. Daneben existieren eine Reihe weiterer Kategorisierungen. So werden beispielsweise Hecken nach ihrer Entstehungsgeschichte auch in Grünlandhecken und Gäulandhecken unterteilt.

Grünlandhecken sind typisch für Norddeutschland und verdanken ihre Entstehung der gezielten Anpflanzung durch den Menschen. Gäulandhecken sind dagegen typisch für Süddeutschland. Gäulandhecken sind spontan aufkommende Gehölze, die sich entlang von Stufen- und Wegrainen, Lesesteinhaufen und -riegel bildeten. Hecken sind nicht miteinander verbunden, weil sie nur dort entstehen konnten, wo Menschen den Aufwand scheuten, aufkommende Gehölze zu beseitigen. Windschutzstreifen werden auch speziell angepflanzte Hecken zur Verminderung von Winderosion genannt.

Es sind meistens Hochhecken oder Baumhecken oder auch nur Baumreihen. Als weitere Heckentyp kommen die naturfernen Zierhecken hinzu. Hecken zählen zu den so genannten Linienbiotopen. Sie tragen insbesondere in stark ausgeräumten Landschaften mit geringem oder fehlendem Wald- und Grünlandanteil zur Biodiversität und Vernetzung von Biotopen bei. Die Hecke selbst bietet auf kleinstem Raum sehr unterschiedliche Standortfaktoren, von feucht-schattig bis sonnig. In der agrarisch genutzten Landschaft sorgt sie für weitere Strukturen.

Optimalerweise sollte die Breite einer Hecke fünf Meter als Gehölzstreifen mit einem beidseitig etwa fünf Meter breiten vorgelagerten Stauden- und Wildkrautsaum, der so genannte Saumzone betragen. Saumzone Die sich daraus ergebende Gesamtbreite lässt sich in der Realität selten verwirklichen. Naturnahe Zierhecken aus heimischen Sträuchern, vor allem aus Schlehe, Weißdorn und Hunds-Rose, bieten einer artenreichen Tierwelt Lebensraum. Hecken und das Umland den hohen Biotopansprüchen dieser Art gerecht werden. Floren- und standortfremde Ziergehölze sind für die heimische Fauna nur von untergeordneter Bedeutung. So sind sogar einige dieser Gehölze für die einheimischen Insekten überhaupt nicht nutzbar, ganz im Gegensatz zu den heimischen und standortgerechten Arten. Eine hohe faunistische Artenvielfalt wird in naturnahen Hecken erreicht.

Naturnahe Hecken können hinsichtlich der Vogelwelt ähnliche Funktionen wie die Waldränder übernehmen, so dass es nicht verwunderlich ist, dass viele Vogelarten in beiden Gehölzstrukturen auftreten. Dies gilt insbesondere für die Buschbrüter unter den Vögeln, wie diverse Grasmücken-Arten. So stellen solche Landschaftsbestandteile häufig Leitlinien, beispielsweise für Kleinsäuger und Insekten, dar, die bei Wanderung, Ausbreitung oder Nahrungssuche genutzt werden. Im Biotopverbund beispielsweise mit Lesesteinhaufen, die wie in Brandenburg zunehmend unter Naturschutz gestellt werden, wird über den räumlichen Kontakt zu weiteren Arten die wertvolle ökologische Wirkung der Hecken noch verstärkt. Hecken sind außerdem ein wichtiger Lebensraum von Amphibien: Verrottendes Pflanzenmaterial wird zum Beispiel von Amphibien wie der Erdkröte zur Überwinterung genutzt. Vögel sind die auffallendsten Vertreter der Heckenfauna.

Brutvögel auch eine Reihe von Arten zu finden, die nicht an Heckenbiotope gebunden sind. Das sind beispielsweise Steinkauz, Wiedehopf und Wendehals. Hecken üben eine stabilisierende Wirkung auf die sie umgebende Agrarlandschaft aus, bilden Sicht- und bedingten Schallschutz. Bodenfestlegung ist Schutz vor Wassererosion und Bodenbewegung in Hügellandschaften, im Mittel- und Hochgebirge.

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