Die Macht der digitalen Plattformen PDF

Wie bin ich geworden, wer ich bin? Die Macht der digitalen Plattformen PDF am Hamburger Institut für Sozialforschung, Mittelweg 36, 20148 Hamburg. Professur für Soziologie sozialer Ungleichheit an der Goethe Universität Frankfurt am Main, Theodor-W.


Författare: Michael Jaekel.
Dieses Buch bietet eine Einführung in die komplexe Welt digitaler Plattformen, ihr Wesen wird verständlich vermittelt und an Praxisbeispielen aufgezeigt. Damit beleuchtet der Autor ein charakterisierendes Kernelement der Digitalisierung. Ein besseres Verständnis für das Wesen und die Macht digitaler Plattformen ist dringend notwendig, denn digitale Plattformen spielen zunehmend eine strategische Rolle in allen Wirtschafts- und Lebensbereichen. Der Autor erläutert die Kernbausteine und die inneren Mechanismen digitaler Plattformen. Hinzu kommen Anregungen und Prinzipien für das Design digitaler Plattform-Ökosysteme. 

Die Digitalisierung der Dienstleistungsarbeit Die Digitalisierung von Arbeitswelt und Wirtschaft ist zurzeit ein vieldiskutiertes Thema in Politik und Gesellschaft. Produktionsprozesse mithilfe digitaler Technologien immer effizienter gestaltet werden, „smarte“ Maschinen das Leben zahlreicher Menschen einfacher gestalten. In der Bundesrepublik wird im Rahmen der Debatte um „Industrie 4. 0“ vielfach auf den bahnbrechenden Charakter der Digitalisierung hingewiesen, doch sind Digitalisierungsprozesse in der Wirtschaft alles andere als neu.

Gerade in hochtechnisierten Arbeitsbereichen blickt man auf eine jahrzehntelange Erfahrung mit der Implementation maschineller Prozesse der Datenverarbeitung zurück. Die Digitalisierungsprozesse der jüngeren Vergangenheit hatten im tertiären Sektor, und dort vor allem in konsumnahen Bereichen, einen entscheidenden Schwerpunkt. Darüber hinaus ist mit dem Dienstleistungssektor ein Segment des Arbeitsmarkts aufgerufen, das sich in vielen Teilen historisch eher als technisierungsavers erwiesen hat, weshalb die sich in jüngerer Vergangenheit hier häufenden Technisierungsprozesse auf eine neue Qualität des Technikeinsatzes im Kontext der Digitalisierung schließen lassen. Erstaunlich an diesen Entwicklungen im Dienstleistungssektor sind vor allem die Qualität und das Ausmaß technischer Restrukturierungsprogramme, die häufig neue Organisationsmodelle und Arbeitsprozesse erzeugen und einen fundamentalen Wandel etablierter Branchen anstoßen können: Im Einzelhandel haben sich beispielsweise im Zuge der Expansion des E-Commerce, also des Warenhandels im Internet, Prozesse der Arbeitsorganisation etabliert, die sich vom stationären Einzelhandel stark unterscheiden.

Wenn also etwas qualitativ wirklich neu ist an der Digitalisierung der Wirtschaft, so gibt es gute Gründe für die Annahme, dass es sich dabei vor allem um die wachsende Bedeutung von Technik im tertiären Sektor handelt. Was aber ist gemeint, wenn wir von der „Digitalisierung von Dienstleistungen“ sprechen? Arbeitskraft, Effektivitätssteigerungen und die Sicherung der Kontrolle über die Tätigkeiten der Beschäftigten. In der Industriearbeit hatte die Technisierung der Arbeitsprozesse historisch stets ambivalente Effekte.

Sie versprach Produktivitätssteigerungen, barg aber auch immer das Risiko der Abwertung menschlicher Arbeit sowie ihrer Freisetzung durch Automatisierung. In den 1980er Jahren kam es im Rahmen „neuer Produktionskonzepte“ immer öfter auch zu Teil- und Vollautomatisierungen. Menschliche Arbeitskraft, vor allem in verhältnismäßig einfachen Routinetätigkeiten, wurde eingespart. Mit Blick auf die Produktivität vieler Fertigungsprozesse war die Zunahme des Automatisierungsgrads in der Massenproduktion zwar durchaus erfolgreich. Der Aufstieg der Informations- und Kommunikationstechnologien seit den 1970er Jahren war eine Revolution, die zunächst vor allem direkt mit Datenverarbeitungsprozessen befasste Tätigkeiten betraf. Im Dienstleistungssektor waren insbesondere Verwaltungs- und Administrationstätigkeiten im Rahmen zunächst repetitiver und später auch komplexerer Büroarbeit betroffen. Auf der anderen Seite des sozialen Spektrums expandierten allerdings vor allem die einfachen Dienstleistungen, die sowohl eine Großzahl der Neuankömmlinge auf den nationalen Arbeitsmärkten, vor allem Frauen und Migranten, als auch einen erklecklichen Teil der Rationalisierungsopfer des industriellen Sektors aufnahmen.

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