Das konservative Milieu PDF

000 Deutsche in das Gebiet der späteren USA ausgewandert, ein Gebiet, das auch später bevorzugt wurde. Die Bevölkerung auf dem Reichsgebiet verdreifachte sich zwischen 1816 und 1915 auf 68 Millionen Einwohner. Gleichzeitig setzte eine gewaltige Das konservative Milieu PDF ein, die Industrialisierung machte aus Bauern und Tagelöhnern ein Industrieproletariat. Faktoren wie Erbteilung, Übervölkerung, Verarmung trieben nicht nur eine Landflucht sondern auch eine Massenauswanderung an.


Författare: Frank Bösch.
Bücher über die großen konservativen Denker füllen mittlerweile ganze Bibliotheken. Dagegen wurde bisher kaum untersucht, wie sich der Konservatismus im 20. Jahrhundert vor Ort entfaltete. Frank Bösch geht der Frage nach, welche gesellschaftlichen Bindungen konservative Parteien im Wandel der Staatsformen entwickelten – vom Kaiserreich über den Nationalsozialismus bis hin zur SED-Diktatur und der frühen Bundesrepublik.
Der Autor zeigt anschaulich, wie sich die lokalen konservativen Parteien seit der Revolution von 1918/19 mit einer dichten Vereins- und Festkultur verwoben, die ihre Weltanschauung verbreiteten. Celle in Niedersachsen und Greifswald in Vorpommern dienen als Untersuchungsbeispiele, die in größere Zusammenhänge eingeordnet werden.
Bösch stellt zunächst dar, wie sich die locker vernetzten Vereine zu einer politischen Sammlung formierten. Der Blick fällt dabei etwa auf die Turner-, Krieger-, Schützen- und Frauenvereine, auf die protestantische Kirche und die lokale Presse. Die NSDAP konnte diese Netzwerke für sich nutzen und hat ihnen so ihren raschen Aufstieg zu verdanken. Während der Herrschaft des Nationalsozialismus blieben trotz Parteiverbots viele etablierte Verbindungen auf Vereinsebene bestehen, andere verdichteten sich gerade, weil sie attackiert wurden.
Besonders aufschlußreich ist der Vergleich der Untersuchungsräume für die Zeit nach 1945. Bösch zeigt auf, wie das konservative Milieu in der SBZ/DDR zerschlagen wurde, während es in der frühen Bundesrepublik eine kurze Renaissance erlebte.
Diese Untersuchung etabliert den Begriff des "konservativen Milieus" und schließt eine Forschungslücke.
Der Autor: Frank Bösch, geb. 1969, ist promovierter Historiker. Seit 1998 arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte der Universität Göttingen. Zuvor war er am dortigen Seminar für Politikwissenschaft als Mitarbeiter der Projektgruppe "Sozialmoralische Milieus in Demokratie und Diktatur" zuständig für die Erforschung des Konservatismus.
Veröffentlichungen zur Parteien- und Gesellschaftsgeschichte u.a.: "Die Adenauer-CDU. Grün-dung, Aufstieg und Krise einer Erfolgspartei (1945-1969)" (2001).

Zudem wuchs der Bedarf der amerikanischen Industrie und auch der Landwirtschaft an Arbeitskraft rapide, letztere wurde dabei massiv gefördert, sei es infrastrukturell oder in der Kapitalausstattung, sei es in der propagandistischen Begleitung oder in der Räumung der landwirtschaftlich attraktiven Gebiete von Indianern. Dabei intensivierten sich die Anwerbungsmethoden und die Kommunikation, aber auch die Transportmittel. Erst ab den 1880er Jahren war die deutsche Industrie zunehmend in der Lage, genügend Arbeitsplätze bereitzustellen. Dennoch folgten weitere Wellen von Auswanderungen, die verschiedene Antriebe hatten. Antrieb der Auswanderungswelle der 1920er Jahre war die politische und wirtschaftliche Unsicherheit nach dem Ersten Weltkrieg, dazu weiträumige Fluchtbewegungen. Ab 1933 kamen politisch und rassisch Verfolgte hinzu. Von 1776 bis 1933 waren die deutschen Zuwanderer aus dem Reich in Kanada eine Minderheit.

Die Mehrheit der Deutschen kam aus Ost- und Südosteuropa: zwischen 1871 und 1914 acht von neun Deutschen. Selbst zwischen 1919 und 1939 lag dieses Verhältnis noch bei 4 zu 1. Fast die Hälfte der vor dem Ersten Weltkrieg im Westen Kanadas lebenden Deutschen kam aus Russland. Auch nach dem Krieg stellten sie allein ein Drittel der deutschen Zuwanderer. Bei Beginn des Krieges lebten rund 1,8 Millionen Deutsche in Russland, von denen drei Viertel in relativ homogenen, katholischen, lutheranischen, baptistischen, mennonitischen und hutterischen Gemeinden lebten.

Die zweitgrößte Gruppe kam aus Galizien, das 1772 an Österreich-Ungarn kam. Es waren meist Lutheraner, die sich jedoch nach 1867 einer zunehmenden Ablehnung gegenübersahen, sowie einer erdrückenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rückständigkeit. Eine schon erheblich kleinere Gruppe stellten die Deutschen aus Lettland und Estland dar, die als baltische Deutsche nach Kanada kamen. Sie bildeten bis zur Unabhängigkeit der baltischen Staaten, die die Sowjetunion wieder beendete, die dominierende Schicht, doch wurden sie zwischen den Kriegen entmachtet. Auch der Exodus der Donauschwaben führte einige von ihnen nach Kanada.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs flohen von den 550. Wieder anders verlief die Entwicklung bei den Sudetendeutschen. Viele Deutsche kamen über die USA nach Kanada. So waren bereits 1683 Deutsche nach Pennsylvania gegangen. Billiges Land zog ab den 1760er Jahren Deutsche nach Norden, doch vergrößerte sich diese Gruppe erst, als in den USA das Land um 1900 knapp wurde.

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