Das Geschlecht des Glaubens PDF

Pilgerstätten der Bahai und das Geschlecht des Glaubens PDF zum Weltkulturerbe der UNESCO. Neben dem als Gottesoffenbarung betrachteten Werk Bahāʾullāhs zählen die Bahai auch die Heiligen Schriften anderer Weltreligionen zum gemeinsamen religiösen Erbe.


Författare: Monika Mommertz.
Religion und Geschlecht

Die Religionsstifter schöpfen nach dem Glauben der Bahai alle aus derselben göttlichen Quelle. Der Bab wurde 1819 in Schiras, Iran, geboren. Mai 1844 erhob er erstmals den Anspruch einer göttlichen Offenbarung. Die formelle Trennung vom Islam erfolgte im Juli 1848 in Badascht am Kaspischen Meer. Sie war das Ergebnis eines Konzils der einflussreichsten Anhänger des Bab. Eine der Wortführerinnen, Qurrat al-ʿAin, legte als Zeichen der Emanzipation der Frau erstmals in der Öffentlichkeit ihren Schleier ab. Als Gegenreaktion kam es vereinzelt zu Revolten gegen die iranische Regierung.

Schiitische Vorstellungen des Dschihad blieben unter den Babi zunächst erhalten. Seit 1848 hatten vor allem zwei der Anhänger des Bab an Bedeutung gewonnen: die Söhne eines Staatsministers in Teheran, die Halbbrüder Mirza Husayn Ali Nuri, später Bahāʾullāh genannt, und Mirza Yahya Nuri, später bekannt als Subh-e Azal. Von einer Hinrichtung Bahāʾullāhs wurde abgesehen, da er großes öffentliches Ansehen genoss und sich westliche Botschafter für ihn einsetzten. Nach den Monaten der Einkerkerung wurde der schwer erkrankte Bahāʾullāh ins Exil geschickt. Ihm folgten Subh-e Azal und andere Anhänger des Bab. In Bagdad kam es zu ersten Spannungen zwischen den beiden Halbbrüdern.

Unmittelbar vor seiner erzwungenen Abreise, am 8. Subh-e Azal war bei diesem Ereignis, dessen heute als Ridvanfest gedacht wird, nicht anwesend. Während der mehr als zwei Jahrzehnte in Akkon und Umgebung entstand der größere Teil des umfangreichen Schrifttums Bahāʾullāhs in arabischer und persischer Sprache, worin die grundlegenden Lehren weiter ausgeführt werden, insbesondere der Gedanke der Einheit der Menschheit und die Versöhnung der Religionen. Dies impliziert auch die autoritative Auslegung seiner Schriften. Bis zur Jungtürkischen Revolution 1908 blieb ʿAbdul-Baha‘ in Akkon interniert.

Seit 1892 bildeten sich erste Bahai-Gemeinden in Nordamerika und Europa. Die ersten Gärten am Bahai-Weltzentrum in Haifa wurden von Shoghi Effendi angelegt. Die Hängenden Gärten in ihrer heutigen Form wurden im Jahr 2001 eröffnet. Shoghi Effendi übersetzte einige der wichtigsten Schriften Bahāʾullāhs ins Englische. Unter seiner Leitung verbreitete sich die Bahai-Gemeinde in nahezu alle Länder der Erde. Seit 1963 führt das Haus der Gerechtigkeit die internationale Gemeinde. Es hat seinen Sitz in Haifa, wo sich auch der Schrein des Bab mit seiner 1953 fertiggestellten Goldkuppel befindet.

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