Das Christentum und der Geist des Kapitalismus PDF

Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus ist ein Werk von Max Weber. Es erschien im November 1904 das Christentum und der Geist des Kapitalismus PDF Juni 1905 in Form zweier Abhandlungen im Archiv für Sozialwissenschaften und Sozialpolitik, Bd.


Författare: Meinrad Böhl.
Die Auslegungsgeschichte des biblischen Talentegleichnisses (Mt 25,14–30; Lk 19,11–27) erfährt hier erstmals eine umfassende Darstellung. Von den Kirchenvätern bis in die Neuzeit wird die Interpretation der Parabel in den zentralen exegetischen und katechetischen Werken nachgezeichnet. Indem das Gleichnis Geldvermehrung und Zinsnehmen als Bild für das richtige Verhalten des Menschen in seinem Verhältnis zu Gott verwendet wird, nimmt es eine positive Bewertung kapitalistischen Wirtschaftens vor. Tun dies auch die Exegeten? Und stimmt Max Webers These, dass es der Calvinismus war, welcher den entscheidenden Impuls zur Durchsetzung des modernen Kapitalismus und zur Entstehung des modernen 'Homo oeconomicus' gegeben hat? Nach Untersuchung der ersten Frage verneint das Buch die zweite. Denn es kann zeigen, dass die Ausleger aller Konfessionen rationales Nutzenstreben und Arbeitsamkeit aus dem Gleichnis ableiteten.

Motiv die Frage nach den Ursachen, Erscheinungsformen und Auswirkungen des Kapitalismus, dessen revolutionierende Kraft Max Weber in allen bisher behandelten Arbeiten unter immer neuen Aspekten erforschte. Jahren unter deutschen Historikern und Ökonomen geführte Diskussion über die Zusammenhänge zwischen religiösen und ökonomischen Entwicklungen. Den unmittelbaren Anknüpfungspunkt bildete dann eine empirische Studie seines Schülers Martin Offenbacher. Weber schrieb die Protestantische Ethik vor und nach seiner Reise in die USA von August bis November 1904. Weber mehrfach auf Gespräche und Beobachtungen während jener Reise Bezug nahm.

Die Ausgangsfrage lautet, weshalb die moderne Kultur gerade im Okzident entstanden sei und sich z. China oder Indien, also im Orient, entwickelt habe, bzw. Westeuropa nicht schon früher aufgetreten sei. Zwischen der protestantischen Ethik und dem Beginn der Industrialisierung bzw. Kapitalismus in Westeuropa besteht nach Weber ein enger Zusammenhang. Besonders wichtig ist ihm die Frage nach der Bedingung der Entstehung einer Wirtschaftsgesinnung: des Ethos einer Wirtschaftsform, durch bestimmte religiöse Glaubensinhalte.

Zur gleichen Zeit beschäftigen sich zwei weitere Wissenschaftler mit ähnlichen Themen. Beispiele in Erinnerung rief, sodann 2. Ausführungen über die Bedeutung des asketischen Protestantismus auf die sozial-politische Ethik, d. Analyse über den Einfluss des asketischen Protestantismus auf die Entwicklung des philosophischen und wissenschaftlichen Empirismus. Die Einschätzung der Berufe wandelt sich bei Luther von der Anschauung, dass die Individuen in jedem Stande selig werden können, es also sinnlos ist, auf die Art des Berufes wert zu legen, zu der Anschauung, dass der Beruf eine von Gott gestellte Aufgabe ist. Handelsvolumen zu Luthers Zeit die Bedeutung der Berufsarbeit fördert. Luther der Gedanke, dass das Leben des Einzelnen vorherbestimmt ist und das Individuum sich dem Willen Gottes zu fügen hat.

Einzelne soll grundsätzlich in dem Beruf und Stand bleiben, in den ihn Gott einmal gestellt hat, und sein irdisches Streben in den Schranken dieser seiner gegebenen Lebensstellung halten. Diese Vorstellung ist immer noch sehr traditionalistisch gebunden, und dies führt Weber u. Auch die ökonomischen Vorstellungen waren bei Luther noch traditionalistisch. Luther tritt energisch gegen das Zinsnehmen ein, wie er überhaupt gegen kapitalistischen Erwerb war.

Wegfall der Überbietung der innerweltlichen durch asketische Pflichten , verbunden aber mit der Predigt des Gehorsams gegen die Obrigkeit und der Schickung in die gegebene Lebenslage, war hier zunächst der einzige ethische Ertrag. Frage nach dem Seelenheil den Angelpunkt ihrer religiösen und theologischen Gedanken. Insofern geht es auch völlig an Webers Zielsetzung vorbei, wenn der Kapitalismus als Ergebnis der Reformation verstanden wird. Diese Lehre besagt, dass Gott durch seinen Beschluss einige Menschen zu ewigem Leben und andere zu ewigem Tod bestimmt. Die Gnade ist bei Luther verlierbar, kann aber durch Buße wieder gewonnen werden, dagegen ist sie beim Calvinismus vorherbestimmt. Wie erfährt nun der Gläubige, ob er erwählt ist oder nicht? Diese Ungewissheit führt zu einer ständigen Angst der Gläubigen.

Aber wie ertragen die Gläubigen diese ständige Angst? Zum einen wird es dem Gläubigen zur Pflicht gemacht, sich für erwählt zu halten. Anderenfalls erliegt der Gläubige dem Teufel, der Zweifel sät. Auf die Selbstgewissheit muss hier noch etwas näher eingegangen werden. Prediger, kein Sakrament, keine Kirche, kein Gott. Der Gläubige ist auf sich selbst angewiesen. Er darf sich niemandem anvertrauen, da er dann schon wieder zweifeln würde, und damit dem Teufel verfallen wäre.

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