Bilder von Sexualität und Ökonomie PDF

Aktuelle Debatten: Sexuelle Verwahrlosung der Unterschichten? Ende der bilder von Sexualität und Ökonomie PDF Jahre mit sexualökonomischen Untersuchungen, die zwischen Arbeitern und Bürgern differenzierten.


Författare: Antke Engel.
Gibt es eine intime Beziehung zwischen sexueller Freiheit und Marktfreiheit? Bilder dissidenter Sexualität und geschlechtlicher Ambiguität finden sich heute nicht nur in sexueller Subkultur, sondern auch in kommerzieller Werbung. Die entstehenden Überlappungsfelder – queere Diskurse in kommerziellen ebenso wie neoliberale Diskurse in queeren visuellen Produkten – sind Schauplätze kultureller Politiken.
Aus einer queeren Perspektive lotet dieser Band das Verhältnis von Sexualität und neoliberaler Ökonomie aus: Wie bedingen sie sich wechselseitig? Fordern sie sich gegenseitig heraus?
Die Studie bietet zudem methodische Anregungen zum Einsatz kulturwissenschaftlicher Bildlektüren in sozialwissenschaftlicher Forschung.

Die ideologische und erzieherische Hemmung des Sexuellen einerseits, das Mitansehen und Miterleben der intimsten Vorgänge unter den Erwachsenen andererseits setzen im Kinde bereits die Grundlage zur sexuellen Heuchelei. Das ist etwas gemildert in Industriearbeiterfamilien, wo die Betonung der Eß- und Verdauungsfunktion weniger stark ist, die genitalen Betätigungen hingegen stärker besetzt und weniger verboten sind. Zwischen 1950 und 1970 fanden verschiedene Untersuchungen zur Arbeiter-Sexualität statt. Bild von Sexualität, in dem Befriedigung, Emotionalität und Egalität der Partner entstellt sind durch Orgasmusstörungen und prüde koitale Monotonie, durch Kommunikationslosigkeit, Angst, Resignation und Brutalität, durch diffamierende Doppelmoral und starre Geschlechterrollenklischees. In der Bundesrepublik Deutschland fanden Studien zur Arbeiter-Sexualität nur zwischen Ende der 1960er bis Beginn der 1970er Jahre statt.

Hier sind vor allem die Arbeiten von Gunter Schmidt und Volkmar Sigusch zu nennen. Zärtlichkeiten, wie Küssen, Bruststimulation, manuell-genitale und oral-genitale Kontakte kommen bei ihnen sehr viel seltener vor. Ebenso werden die Koituspositionen viel seltener variiert. Schließlich ist die Nacktheit beider Partner beim Koitus in den unteren Schichten deutlich weniger verbreitet als in den höheren Ausbildungs- und Berufsschichten. Die genannten Unterschiede sind bei Ledigen ebenso zu beobachten wie bei Verheirateten. Der Einsatz des Körpers als Arbeitsinstrument unter kapitalistischen Produktionsbedingungen sabotiert die Entfaltung der Sinnlichkeit: Die Verdinglichung des Leibes im Arbeitsprozess zieht seine Entsensibilisierung und Verstümmelung nach sich. Denjenigen, die ihren Körper von einer terroristischen Ökonomie verwerten lassen müssen, wird die unreglementierte Lust, spielerisches Verhalten und spontanes Tun ausgetrieben.

Im Rahmen des Diskurses zur Neuen Unterschicht wurde in den Medien die Sexualität von Jugendlichen aus der sogenannten Unterschicht unter dem Blickwinkel der Verwahrlosung betrachtet. Aktuelle Untersuchungen hierüber, die diese These unterstützen, liegen nicht vor. Eine dänische Untersuchung konnte diese in den Medien behauptete Verwahrlosung der Sexualität von Jugendlichen aus der Unterschicht nicht bestätigen. Sie kam zu dem Schluss, dass männliche Jugendliche im Alter zwischen 14 und 17 täglich im Schnitt 30 Minuten, weibliche Jugendliche im Schnitt 9 Minuten Pornographie konsumieren, wobei hier keine Differenzierung nach sozialen Schichten erfolgte. Kritisiert wird die These von der höheren Triebhaftigkeit bzw. Die Interpretation von Homosexualität von einem proletarischen Standpunkt war nicht einheitlich. So erlaubte die junge Sowjetunion als einer der ersten Staaten in der Moderne zeitweilig die Homosexualität, in dem die entsprechenden Paragraphen abgeschafft wurden.

Ich meine, diese Verkehrung eines natürlichen Instinkts ist, gleich vielen andern Perversionen, ein Merkmal des tiefen sozialen und sittlichen Verfalls eines bestimmten Teiles der gegenwärtigen Gesellschaft. Zu allen Zeiten zeigten sich die Zeichen des Verfalls in Raffiniertheiten und Anomalien des Sinnes-, des Empfindungs-, des Gefühlslebens. Die meisten männlichen und weiblichen Sexarbeiter gehören den unteren Bevölkerungsschichten an. Geschichtlich entwickelte sich die Prostitution in der modernen Form in Europa im Zusammenhang mit der steigenden städtischen Armut mit dem Beginn der Industrialisierung. In den Diskussionen um die Legitimität von Pornographie und Prostitution spielt die soziale Herkunft der Sexarbeiterinnen eine wichtige Rolle. Einen ganz anderen Blickwinkel zeigt die aus der Unterschicht stammende US-amerikanische Wissenschaftlerin Constance Penley.

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