Betriebliches Gesundheitsmanagement in der Altenhilfe PDF

Ausgangssituation Die Bevölkerung der westlichen Welt wird zunehmend älter. Die Lebenserwartung in Deutschland ist heute höher als in vorangegangenen Generationen – mit der Folge, dass immer mehr  Menschen einer regelmäßigen pflegerischen Versorgung im stationären bzw. Die alternde Gesellschaft Die professionelle Altenpflege gehört mittlerweile zu den betriebliches Gesundheitsmanagement in der Altenhilfe PDF stark wachsenden Dienstleistungsbranchen Deutschlands.


Författare: Marion Blum.

Wachsende fachliche, körperliche und seelische Anforderungen bei sinkenden finanziellen und zeitlichen Ressourcen stellen für Mitarbeiter aller Arbeitsbereiche der Altenhilfe eine zunehmende Belastung dar. Mehrarbeit, Stress und Überanstrengung schaden immer häufiger der Mitarbeitergesundheit. Die vorliegende Studie untersucht inwiefern ein verändertes Führungsmanagement zur Gesundheitsförderung der Mitarbeiter beiträgt. Dabei wird insbesondere auf die Mitarbeiterzufriedenheit geachtet. Detaillierte Maßnahmen zum Führungsmanagement werden im Hinblick auf die fachliche und soziale Integration von Mitarbeitern erläutert.

In einer zunehmend alternden Gesellschaft gewinnen Pflegeberufe immer mehr an Bedeutung, doch schon jetzt gibt es in der Altenpflege zu wenig Bewerber_innen. Deutschland steht ein gravierender Mangel an Pflegekräften bevor. Bis zum Jahr 2030 wird mit einem Zuwachs auf 3,4 Mio pflegebedürftiger Menschen gerechnet. Fehlende Pflegekräfte Der Pflegeberuf verliert immer mehr an Attraktivität. Als Ausbildungsberuf immer weniger nachgefragt, ist schon jetzt die Zahl von Bewerber_innen für die Pflegebranche stark rückläufig.

Die Gründe für einen vorzeitigen Berufsausstieg aus der Pflege sind vielfältig: Pflegekräfte sind in ihrer täglichen Arbeit hohen Belastungen ausgesetzt. Fehlende Bewältigungsstrukturen und geringe Gestaltungsmöglichkeiten in der Pflegepraxis enden nicht selten mit starken physischen und psychischen Überlastungssymptomen. Alternsgerechtes Arbeiten Im Zuge der demografischen Entwicklung Deutschlands ist für die Zukunft zu erwarten, dass die Dauer der Lebensarbeitszeit und das Durchschnittsalter von Arbeitnehmer_innen und Angestellten deutlich steigen werden. Diese Prognose stellt auch Pflegeeinrichtungen vor die große Herausforderung,  wie sie zukünftig mit veränderten Altersstrukturen der Mitarbeiter umgehen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Alternsgerechtes Arbeiten zielt auf die individuelle Anpassung der Arbeitsplätze für älter werdende Arbeitnehmer_innen ab und stellt die Optimierung von Organisationprozessen innerhalb der Betriebe zur Disposition, um älter werdenden Pflegekräften eine lange Berufstätigkeit zu ermöglichen.

Spezifische Belastungen im Pflegealltag müssen weitgehend reduziert und individuelle Ressourcen erfasst und genutzt werden, um dauerhaft  zum gewünschten Erfolg zu kommen. Gendersensibles Arbeiten Gender wird als eine Konstruktion von Geschlecht verstanden, die von sozialen, kulturellen und politischen Faktoren  beeinflusst wird. Gender beschreibt dabei die Zuordnung von Menschen in eine weibliche und eine männliche Rolle, die immer verbunden ist mit bestimmten Zuschreibungen und Erwartungen von männlichen und weiblichen Eigenschaften und Verhaltensweisen. Die professionelle Pflege wird in Deutschland überwiegend von Frauen geleistet. Bedeutung von Gender im Zusammenhang mit der Pflege deutlich. Die Gründe dafür sind gesellschaftlich tradierten Geschlechterrollen geschuldet, die insbesondere Frauen die Zuständigkeit für Pflege- und Fürsorgetätigkeiten innerhalb der Familie und somit eine gesellschaftlich soziale Verpflichtung zuschreibt.

Der geringere Anteil  an männlichen Beschäftigten in der Pflege hat unterschiedliche Gründe. Sie unterstehen einem gesellschaftlichen Druck, sich dafür rechtfertigen zu müssen, in einem traditionellen Frauenberuf zu arbeiten und fühlen sich in ihrer Rolle als Pflegekraft nicht ausreichend anerkannt. Daraus resultierende Identitätszweifel können Einfluss auf das individuelle Wohlbefinden bzw. Rollenzuschreibungen können geschlechtsspezifische Belastungen auslösen, was im Rahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes Beachtung finden sollte. Einfluss auf Anforderungen bezüglich psychischer und körperlicher Belastbarkeit. Von Frauen wird beispielweise Sensibilität und Empathie erwartet, von Männern körperliche Belastbarkeit und ein eher cooler Habitus. Pflege benötigt nachhaltige Lösungen Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, sind nachhaltige Strategien erforderlich, die es ermöglichen, Pflegearbeit möglichst lange, gesund und motiviert ausüben zu können und zu wollen.

Von der Gestaltung der Arbeit in der Pflege wird es auch abhängen, das Berufsbild attraktiver zu machen, um Nachwuchs zu generieren und die hohe Personalfluktuation zu verringern. Der Bedarf an Pflegefachfachkräften wird aufgrund demografischer Veränderungen in den nächsten Jahren noch deutlich zunehmen. Zugleich wachsen die Anforderungen an Pflegekräfte, die Aufgaben erweitern sich und die Verantwortung wird größer. Ziel des Projektes AGAP ist es, die Arbeitsbewältigungsfähigkeit und Gesundheit von Beschäftigten in der ambulanten und stationären Pflege durch Einführung, Erprobung und Implementierung  alternsgerechter und gendersensibler Arbeitsgestaltung zu erhalten und zu fördern. Projektmaßnahmen Bei der Umsetzung alternsgerechter und gendersensibler Arbeit in der Pflege werden im Projekt AGAP die Unternehmensleitung, Personalverantwortliche, Beschäftigte sowie betriebliche Interessenvertretungen beteiligt.

Beschäftigten in der Pflege werden praxisnah, gut umsetzbar und nachhaltig Kompetenzen zur Verbesserung und zum Erhalt der individuellen Arbeits- und Leistungsfähigkeit im Pflegealltag vermittelt. AGAP-Konzepte: Mit Personalverantwortlichen aus Pflegebetrieben werden praxistaugliche, passgenaue Konzepte entwickelt und erprobt. Eine genderbezogene Altersstrukturanalyse sowie eine Beschäftigtenbefragung zur Arbeits- und Gesundheitssituation geben Hinweise  zum Handlungsbedarf im Betrieb. AGAP-Qualifizierung betrieblicher Interessenvertretungen: Bei der Umsetzung alternsgerechter und gendersensibler Arbeitsplätze spielt die betriebliche Interessenvertretung eine wichtige Rolle. Durch Coaching und Qualifizierung werden Gestaltungs- und Einflussmöglichkeiten vermittelt. Eine öffentliche Vortragsreihe zu Themen gesunder, alterns- und gendergerechter Arbeit sowie zu Handlungs- und Umsetzungsstrategien bietet Raum für Austausch und Netzwerkbildung.

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