100 Fragen zum Umgang mit Menschen mit Demenz PDF

Validation oder auch Validieren ist zum einen eine wertschätzende Haltung, die für die Begleitung von Menschen mit Demenz entwickelt wurde. Die Methode der Validation wurde zuerst von Naomi Feil entwickelt. Feil, eine amerikanische Sozialarbeiterin, geht davon aus, dass alte, 100 Fragen zum Umgang mit Menschen mit Demenz PDF Menschen danach streben, die unerledigten Aufgaben ihres Lebens noch aufzuarbeiten.


Författare: Ingrid Hametner.
Gerade für Menschen mit Demenz brachte der neue
Pflegebedürftigkeitsbegriff die endlich erwartete
Hilfe: Geistige und körperliche Einschränkungen
besitzen nun dasselbe Gewicht, wenn es um den
Pflegegrad geht.
Es steht mehr Geld zur Verfügung, um die Pflege von
Menschen mit Demenz individuell und wertschätzend
zu gestalten.
Die 4., aktualisierte Auflage dieses Buches beantwortet
100 wichtige Fragen für eine kreative, fachgerechte
Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz.
Auch die Selbstpflege der Pflegenden kommt nicht zu
kurz. Denn die Betreuung von Menschen mit Demenz
ist eine große Herausforderung – und jeder in der
Pflege Tätige sollte Strategien kennen, um mit den
Belastungen umgehen zu können.

Die Anwender der Validation nach Feil machen es sich zur Aufgabe, die Menschen bei dieser Aufarbeitung zu unterstützen. In beiden Ansätzen werden die demenziellen Verhaltensweisen aufgrund der hirnorganischen Veränderungen der Betroffenen akzeptiert, Validation will nicht heilen, sondern entlastend begleiten. Es ist somit keine Therapieform, die Bezeichnung als Validationstherapie ist heute weitgehend unüblich. Die Validation findet in Feldern der Altenpflege, Geriatrie, Palliative Care und der Gerontopsychiatrie ihren Platz. In der neueren Entwicklung löst man sich zunehmend von der Festlegung auf den einen oder anderen Ansatz, zudem hat die Methode auch Niederschlag in anderen gerontopsychiatrischen Konzepten wie der Mäeutik gefunden. Alle Menschen sind einzigartig und müssen als Individuen behandelt werden.

Alle Menschen sind wertvoll, ganz gleichgültig, in welchem Ausmaß sie verwirrt sind. Es gibt einen Grund für das Verhalten von verwirrten, sehr alten Menschen. Verhalten im sehr hohen Alter ist nicht nur eine Folge anatomischer Veränderungen des Gehirns, sondern das Ergebnis einer Kombination von körperlichen, sozialen und psychischen Veränderungen, die im Laufe eines Lebens stattgefunden haben. Sehr alte Menschen kann man nicht dazu zwingen, ihr Verhalten zu ändern. Ein Mensch ändert sein Verhalten nur, wenn er es will.

Sehr alte Menschen muss man akzeptieren, ohne sie zu beurteilen. Zu jedem Lebensabschnitt gehören bestimmte Aufgaben. Wenn man diese Aufgaben nicht im jeweiligen Lebensabschnitt schafft, kann das zu psychischen Problemen führen. Wenn das Kurzzeitgedächtnis nachlässt, versuchen ältere Erwachsene, ihr Leben wieder in ein Gleichgewicht zu bringen, indem sie auf frühere Erinnerungen zurückgreifen. Schmerzliche Gefühle, die ausgedrückt, anerkannt und von einer vertrauten Pflegeperson validiert werden, werden schwächer. Schmerzliche Gefühle, die man ignoriert und unterdrückt, werden stärker.

Mitgefühl führt zu Vertrauen, verringert Angstzustände und stellt die Würde wieder her. Die Ausbildung in der Validation nach Feil findet in den dafür von der European Validation Association, einer europäischen Dachorganisation mit der Zielsetzung der Verbreitung der Methode, autorisierten Einrichtungen statt. Sie umfasst vier aufeinander aufbauende Stufen: Anwender, Gruppenleiter, Lehrer und Master. Sie ist in ihren Grundsätzen inzwischen Bestandteil vieler Altenpflegeausbildungen. Der methodische Ansatz besteht darin, die noch vorhandenen Ressourcen der Hirnleistungen zu nutzen, mit diesen zu arbeiten und den betroffenen Patienten mit seinen Gefühlen und Antrieben ernst zu nehmen. Die Kommunikation greift den emotionalen Gehalt einer Aussage oder eines Verhaltens des zu Pflegenden auf und validiert, d. Die integrative Validation wurde in den 1990er Jahren unter Einbindung einer fünf Jahre tätigen Bundesarbeitsgruppe von der Diplom-Psychogerontologin Nicole Richard konzipiert.

Inhaltlich hat sich Richard dabei von den psychoanalytisch und entwicklungspsychologisch geprägten Annahmen Feils gelöst und einen eher praxisorientierten und pragmatischen statt deutenden Ansatz entwickelt. Zugleich wurden in die IVA auch Anteile anderer therapeutischer Konzepte integriert, etwa der Biografiearbeit. Ziel der integrativen Validation ist es, einen Zugang zur Erlebenswelt des desorientierten Menschen zu finden und mit Wertschätzung und Empathie dessen Wahrnehmungen und den daraus folgenden Reaktionen zu begegnen, um so einen möglichst hohen Grad an Lebensqualität für ihn zu erhalten. Eine Grenze der Methodik besteht dabei in der Voraussetzung, dass das Sprachvermögen beim desorientierten Menschen noch als Medium der Kommunikation vorhanden sein muss. Hinzu kommt, dass nicht jeder Mensch mit einer eingeschränkten Orientierung auf diese Form des validierenden Umganges eingeht und zugänglich reagiert, und dass insbesondere das Gefühl, das hinter einer Aussage oder Handlung des Menschen mit Demenz steht, richtig erkannt werden muss. Als methodisches Konzept für die Arbeit mit Menschen mit Demenz ist die IVA ein in der Pflegegemeinde anerkanntes Modell.

Viele Einrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege haben sich von Richard inspirieren lassen, ihre Mitarbeiter zu den Workshops geschickt oder in der Methodik ausbilden lassen. Die Validation als Haltung und Umgangsform wird auch in den künstlerischen Therapien empfohlen, wenn diese im Bereich der Arbeit mit dementen Menschen angewandt werden, so z. Aufgrund der hohen praktischen Relevanz hat sich eine generelle Akzeptanz der Methode auch in wissenschaftlichen Kreisen entwickelt, wie zahlreiche Fachbücher und die Rahmenempfehlungen für den Umgang mit herausforderndem Verhalten bei Demenz zeigen. Ein Weg zum Verständnis verwirrter alter Menschen.

Naomi Feil: Validation in Anwendung und Beispielen. Der Umgang mit verwirrten alten Menschen. Forschungsbericht Rahmenempfehlungen für den Umgang mit herausforderndem Verhalten bei Menschen mit Demenz. Elisabeth Stechl, Catarina Knüvener et al: Praxishandbuch Demenz. Mabuse-Verlag, Frankfurt am Main 2012, ISBN 978-3-86321-038-0.

Deutscher Ärzte-Verlag, Köln 2009, ISBN 978-3-7691-0563-6. Ingrid Hametner: 100 Fragen zum Umgang mit Menschen mit Demenz, Schlütersche 2007, 1 Aufl. Erich Grond: Pflege Demenzkranker, Schlütersche 2005, 3 Aufl. Nicole Neubert: Dementia care mapping: Eine Herausforderung für das Management, Grin Verlag 2008, S. Elisabeth Kasten, Carola Utecht, Marcus Waselewski: Den Alltag demenzerkrankter Menschen neu gestalten. Neue Wege in der Betreuung und Pflege von Bewohnern mit gerontopsychiatrischen Verhaltensauffälligkeiten.

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